Berlin : Klassik mit Kaftan

Das Orchester von Oman gab in Mitte das erste öffentliche Konzert in Europa

Dass sich die Botschafter und Repräsentanten der Gastländer beim Festival Young Euro Classic in landestypischen Gewändern zeigen, ist nichts Neues am Gendarmenmarkt. Dass aber der Pate des Abends so auftritt, schon. Schauspieler Dietrich Mattausch stand am Freitag- abend in einem langen Kaftan auf der Bühne des Schauspielhauses, um besondere Gäste willkommen zu heißen – das Königliche Symphonieorchester des Sultanats Oman. Es war das erste Konzert der Omaner in Deutschland, und das erste in Europa, für das es frei verkäufliche Eintrittskarten gab. Entsprechend groß war der Andrang – der Abend seit langem restlos ausverkauft.

Gewöhnlich reist das Privatorchester des Sultans mit, wenn dieser zu Staatsbesuchen unterwegs ist – bei der Queen zum Beispiel. Oder es konzertierte auf Einladung der Unesco vor einem eingeladenen Publikum in Paris. Der Auftritt in Berlin stellte also eine große Besonderheit dar. Mattausch, ein Fan des Oman, hat sich den Kaftan selber in der Hauptstadt Maskat gekauft, „bei Dreharbeiten für das Traumschiff“, wie er beim Empfang nach dem Konzert erzählt. Zweimal war er im Oman für die ZDF-Fernsehreihe. Auch für das Orchester könnte es nach dem stürmischen Beifall am Ende des Konzerts einen zweiten Besuch in Berlin geben, wie der sichtlich stolze omanische Botschafter Khalifa Ali Issa Al Harthy sagte. Denn: „In Berlin klassische Musik zu hören, ist wie Latein im Vatikan zu sprechen.“ Seine Exzellenz vergaß aber auch nicht zu erwähnen, dass er besonders froh war, dass die Frauen mit Kopftuch auftraten – in den Nationalfarben des Oman: Grün und Rot. oew

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