Klaus Wowereit : Festgezurrte Argumente

Er war nicht ganz so locker, wie man ihn sonst kennt. Zu Beginn der sieben Minuten, die Klaus Wowereit zustanden, ging er ein wenig zu forsch ans Werk.

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Sonore Stimme, offensives Auftreten gegenüber den Moderatoren, ausladende Handbewegungen, ein schnelles Lachen. Das typische Platzhirschverhalten. Hier bin ich. Wer seid ihr? Den Auftritt als Letzter in der Reihe war er auch nicht gewohnt. In der zweiten Halbzeit wirkte der SPD-Spitzenkandidat leicht angespannt, fast ein bisschen nervös.

Hier und da ein Äh und Ah zwischen den Halbsätzen. Nach jeder Schülerfrage ein Mmh, ich hab verstanden, was du fragen willst. Letztlich siegte aber die Routine. Das Gerüst der Argumente zu brennenden Autos, Flugrouten über dem Müggelsee und zum Ausbau der Stadtautobahn A 100 war innerlich festgezurrt.

Alles hat Wowereit, wie seine Konkurrenten, in diesem Wahlkampf schon hunderte Mal gesagt. Da konnte nicht wirklich was schiefgehen. Seine Anhänger unter den Zuschauern wird er nicht enttäuscht haben. Telegen war er wie immer. Passender Anzug, flotte Krawatte, dynamische Frisur.

Da stand der Häuptling Silberrücken. Aber diese Sendung in der Form einer Zwischenprüfung auf dem Weg zum Examen war erkennbar nicht seine Sache. Interessant, wie er bei Renate Künasts Auftritt auf dem Wartebänkchen saß und nicht nur einmal die Augen verdrehte. Oft spielen sich ja hinter den Kulissen die wesentlichen Dinge ab.

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