Berlin : „Klein, aber fein“ – Überleben in der Nische

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Während die großen Brauereien um Marktanteile kämpfen und ihnen dabei Konsumflaute und Dosenpfand zu schaffen machen, verkaufen sich SpezialitätenBiere schon seit Jahren sehr gut. Der Berliner Bürgerbräu aus Köpenick beliefert sogar das Londoner Edelkaufhaus Harrods mit seinen Bierspezialitäten. Die Privatbrauerei braut ihr Bier nach der Devise „lieber klein, aber fein“ und sieht sich in einer „Vorreiterrolle“, wie eine Sprecherin sagt. So sei das erste Berliner Schwarzbier „Lager schwarz“ ein Produkt des Hauses. Die Geschäfte gingen gut und seien auch durch die Einführung des Dosenpfandes nicht eingebrochen, da „wir schon immer fanden, dass Bier aus der Flasche einfach besser schmeckt“. Das finden offenbar selbst Japaner: Auch nach Tokio werden die Köpenicker Spezialitäten seit 2000 verschifft. Daneben etablieren sich immer mehr Gasthausbrauereien , in Berlin insgesamt zwölf. Diese brauen eine überschaubare Menge Bier für eine anspruchsvolle Klientel.

Bei Lemkes Spezialitätenbrauerei in den S-Bahn-Bögen am Hackeschen Markt wird unter dem Motto „zurück zur alten Braukultur“ jährlich rund 50 000 Liter Selbstgebrautes ausgeschenkt, sagt Braumeister Oliver Lemke. Die Massenbrauereien müssten den Geschmack der Masse treffen und „Biere produzieren, gegen die keiner was hat“. Dies sei bei Lemke anders: „Manche lieben unser Bier, andere lehnen es ab.“ Das ist im Brauhaus Spandau nicht anders. Seit fast zehn Jahren werden hier untergärige Dunkelbiere gebraut. Jeden Monat eine andere Sorte. Beim Weddinger Eschenbräu gibt es neben den Klassikern Pils, Weizen und Dunkel abhängig von der Jahreszeit sieben Spezialbiere. Braumeister Martin Eschenbräu stuft die geschäftliche Lage als „gut bis sehr gut“ ein. Die beliebtesten Biere heißen „Roter Wedding“ und „Alter Schwede“.ny

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