Berlin : Kleine Bühne, großes Cabaret

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Dass die Leute von der Bar jeder Vernunft planen, die Neuauflage des Musicals „Cabaret“ bis zum April 2007 zu spielen, beweist, wie sehr sie von ihrem Produkt überzeugt sind. Können sie auch. Der Premierenbeifall an der Schaperstraße in Wilmersdorf war lang, Finanzminister Peer Steinbrück klatschte ebenso begeistert wie Justizsenatorin Karin Schubert, Winfried Glatzeder schien ebenso angetan wie seine Schauspielerkollegin Barbara Schöne. Die weltbekannte Diseuse und Schauspielerin Gisela May, die vor Jahren in dem Stück die Rolle des Fräulein Schneider gespielt hatte, lobte Bühnenbild und Choreografie der Girls auf der engen Bühne und fand Gesang und Spiel der jungen Sophie Berner als Sally Bowles „richtig sensationell“: „Ihr sage ich eine großartige Karriere voraus“. A Star was born! Die Münchnerin war 2005 beim Bundeswettbewerb Gesang unter 207 Teilnehmern Erste und hatte den Gisela-May-Chansonpreis gewonnen. Nun hörte die Stifterin, wie berechtigt diese Auszeichnung war. Auch Ex-Senator Christoph Stölzl stimmte ein in den allgemeinen Lobgesang über diese Inszenierung von Vincent Paterson, in der nun nicht mehr Eva-Maria Hagen, sondern Regina Lemnitz das Frl. Schneider spielt. Man spürt, „dass sie hier auch mit den leisen Tönen umgehen können“, sagt der Kunsthistoriker. Im Übrigen gebe es zwei Stücke, die unbedingt in Berlin immer und ewig auf dem Spielplan stehen müssten – Brechts „Dreigroschenoper“ und eben „Cabaret“: „Absolute Hochkultur!“ Lo.

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