Berlin : Kleine Könige gehen auf Segenstour

Sternsinger sammeln für die Armen der Welt

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Unter gutem Stern. Alle Jahre wieder starten die Dreikönigssänger in der St. Hedwigs Kathedrale. Foto: Rückeis
Unter gutem Stern. Alle Jahre wieder starten die Dreikönigssänger in der St. Hedwigs Kathedrale. Foto: Rückeis

„Ich mache das, weil es da Süßigkeiten gibt.“ Die zehnjährige Clara aus Pankow ist ehrlich. Zusammen mit mehreren hundert anderen Kindern und Jugendlichen war sie gestern in die katholische Sankt-Hedwigs-Kathedrale am Bebelplatz gekommen. Alle hatten goldene Kronen auf den Köpfen, viele trugen einen großen, glänzenden Stern in ihrer Hand. „Wir sind Sternsinger“, erklärt Clara.

In den Tagen um den 6. Januar, dem Fest der Heiligen drei Könige, ziehen Kinder und Jugendlichen aus den katholischen Kirchengemeinden Berlins von Haus zu Haus, singen den Bewohnern ein Lied, segnen die Häuser und sammeln Spenden für Kinder in der Dritten Welt.

Zum 53. Mal findet die Aktion des katholischen Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ in Berlin und Brandenburg statt. Mit einem feierlichen Aussendungsgottesdienst in der Sankt Hedwigs-Kathedrale wurde sie gestern eröffnet. „Wir waren im letzten Jahr in Kitas, im Roten Rathaus und in in Altenheimen“, erinnert sich die 14-jährige Friederike Oesten aus der Frohnauer Kirchengemeinde Sankt Hildegard, wo vergangenes Jahr über 18 000 Euro gesammelt wurden.

In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto „Kinder zeigen Stärke“. Das passt, meint der katholische Erzbischof von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky. Oft genug müssten sich auch die Sternsinger in ihren Schulklassen belächeln oder verspotten lassen, und selber Stärke zeigen, um anderen zu helfen. Doch als die kleinen Königinnen und Könige Anfang 2010 das letzte Mal unterwegs waren, kamen bundesweit etwa 40,6 Millionen Euro zusammen. Rund 240 000 Euro davon hatten die 105 mitwirkenden Gruppen aus dem Erzbistum Berlin in ihren Spendendosen. Auch das ist ein Zeichen von Stärke. Benjamin Lassiwe

Wer zu Hause von den Sternsingern besucht werden will, sollte sich an die nächstgelegene katholische Pfarrgemeinde wenden. Alle Telefonnummern finden sich unter www.erzbistumberlin.de

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