Kleiner Waffenschein in Berlin : Pistolen sind was für Knallköppe

Die Zahl der Anträge für den Kleinen Waffenschein steigt. Stefan Jacobs fürchtet sich vor Leuten, die einen an der Waffe haben - ein Kommentar.

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Ein Kleiner Waffenschein zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Revolver, einem Magazin und einer Knallpatrone.
Ein Kleiner Waffenschein zwischen einer Schreckschuss-Pistole, einem Revolver, einem Magazin und einer Knallpatrone.Foto: dpa

Nach jedem Massenmord horten die Amis noch mehr Knarren. Die aktuelle Ausstattung sichert dort 30.000 Tote im Jahr. Schwer zu widerlegen, dass die Amis ein bisschen spinnen.

Und die Deutschen, die Berliner? Scheinen jetzt auch anzufangen. Neuerdings bekommt die Polizei vier Mal so viele Anträge für den „Kleinen Waffenschein“ wie zuvor. 52 Scheine wurden allein in den ersten beiden Januarwochen ausgestellt; im ganzen Januar 2015 waren es nur 15.

Die Leute rüsten auf. Zwar geht hier nur um Schreckschuss- und Gaspistolen, also kein echtes Mordwerkzeug. Aber wer garantiert, dass damit kein Blödsinn getrieben wird – jetzt oder später, vom Waffenbesitzer oder seinem Sohn oder dessen Kumpel?

Überfälle etwa auf Spielhöllen und Tankstellen werden gern mit solchen Dingern begangen. Und die Polizei ist im Alltag trotzdem relativ entspannt. Weil sie nicht ständig damit rechnen muss, dass jemand eine Knarre – echt oder light – aus der Tasche zieht. Möge das so bleiben!

Außerdem könnte die kleine Waffe Lust auf mehr machen. Schützenverein und so. Wie das enden kann, wissen wir aus den Nachrichten. Winnenden, Erfurt, Emsdetten und, ganz aktuell, Unterschleichach. Deshalb: Wehret den Anfängen! Rüstet ab! Friedenschaffen ohne Waffen!

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