Berlin : Kleines Ensemble, große Leistung

-

Im strahlend weißen Anzug begrüßte Dan Lahav jeden Gast mit Handschlag. Er, der Regisseur und Intendant, ist der Motor des jüdischen Theaters „Bamah“ – und der Erfolg der kleinen Bühne geht auch hauptsächlich auf sein Konto. Dabei heißt Erfolg in diesem Falle: überleben. Denn die Zeiten sind hart, besonders für kleine Ensembles. „Bamah“ feierte am Samstag zweijähriges Bestehen mit einer Gala im Haus am Hohenzollerndamm 177. Das Programm des Abends zeigte die Themenbreite der Lahavschen Truppe: Jüdische Dramatik mit dem Mut zum Sperrigen. Der Einakter „Prinzessin Sabbat“ vom späten Heinrich Heine machte den Anfang. Nach Lahavs Worten ein Beispiel für den „jüdischen Heine“. Den Hauptteil des Abends bildete aber „Der Dibbuk“. In dem nach einer jiddischen Legende verfassten Drama geht es um die Nöte von Frauen unter den Zwängen der Orthodoxie. Heiratsregeln, Spiritualität, Exorzismus – kein leichter Stoff. Doch die schauspielerische Leistung stimmte, der Applaus des Publikums, darunter Artur Brauner und Schauspielerin Barbara Schöne , war anschließend lang.

Die Grußworte von Lahav und Marianne Suhr , der Vorsteherin der Bezirksverordnetenversammlung von CharlottenburgWilmersdorf, entbehrten nicht einer gewissen Würze. Lahav beklagte sich augenzwinkernd über die Kulturbürokratie. Frau Suhr parierte. Er möge doch zur Kenntnis nehmen, dass die hiesige Bürokratie den Einspruch immer zulasse. Auf den nächsten Streit darf man gespannt sein. koc

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben