Berlin : Kleines Fernsehspiel im Filmmuseum Ausstellung am Potsdamer Platz

Merlind Theile

„Ohne ,Das kleine Fernsehspiel’ wäre das alles mit mir nichts geworden.“ Sagt einer, der inzwischen längst zu den großen deutschen Filmemachern gehört: Nach etlichen Kurzfilmen, alle in Eigeninitiative „am Rand des Ruins“ entstanden, realisierte Tom Tykwer seinen ersten Spielfilm „Die tödliche Maria“ 1994 mit Hilfe des ZDF. Seit vier Jahrzehnten betreut der Mainzer Sender junge Dokumentar- und Spielfilmmacher – von der Drehbuchentwicklung bis zur Finanzierung. Viele der Talente, die wie Tykwer im kleinen Fernsehspiel erste Großprojekte verwirklichten, sind heute internationale Stars: Wolfgang Petersen, Rainer Werner Fassbinder und Jim Jarmusch begannen hier ihre Karrieren.

Zum runden Jubiläum blickt die Redaktion des kleinen Fernsehspiels mit einer Ausstellung im Filmmuseum auf die eigene Geschichte zurück. Bis 4. Januar ist die Schau im Sony-Center am Potsdamer Platz zu sehen. Die Ausstellung zeigt in einem fast fabrikhallenartig gestalteten Raum die Programmhöhepunkte der Reihe in einer Monitorinstallation: Auf jedem der 16 Bildschirme sind Ausschnitte aus je fünf Filmen zu sehen, darunter auch „Die Unberührbare“, Oskar Roehlers für den Oscar nominierter Film von 1999 mit Hannelore Elsner in der Hauptrolle – ein Beispiel für viele Fernsehspielproduktionen, die es auf die große Leinwand schafften.

Talente fördert das kleine Fernsehspiel ohne Zweifel, doch nicht alle an den Produktionen Beteiligten bleiben dem Genre treu: Joschka Fischer, den die Ausstellung in einem Ausschnitt des Films „Der fliegende Robert“ von 1983 als Schauspieler präsentiert, hat sich letztendlich für einen anderen Beruf entschieden.

Öffnungszeiten der Ausstellung: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Montag geschlossen. Das nächste kleine Fernsehspiel: „Okzident“ am heutigen Montag um 23 Uhr 55 im ZDF.

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