Kleinparteien : Warum die Grauen Panther sich auflösen sollten

Bernd Matthies erinnert an eine fast schon vergessene Partei - und hat einen Vorschlag für mehr lebendige Demokratie.

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Ah, richtig, die gibt es ja auch noch! Die Grauen Panther waren mal eine richtige Bereicherung mit ihrer dauererregten Chefin Trude Unruh, die als Kreuzung aus Renate Künast und Claudia Roth praktisch alles vorwegnahm, was uns heute so in diesem Zusammenhang auf die Nerven geht. Das ist lange her, niemand weiß mehr recht, was die konturlosen, sympathischen Grauen von den anderen Mikroparteien unterscheidet, die auch ein besseres Leben für alle wollen, und das sofort. Alle finden sie nett, keiner will sie wählen.

Vermutlich ist es deshalb auch zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft in Sachen Wahlfälschung gekommen. Sollte sich bestätigen, dass dort Unterstützerunterschriften fingiert worden sind, ist das mehr als eine lässliche Sünde. Offenbar wurde hier Politik mit einem Gesellschaftsspiel verwechselt, an dem jeder teilnehmen darf, der die nötige Chuzpe aufbringt. Hat eigentlich in der Geschichte der Bundesrepublik mal irgendeine Partei mitgeteilt, sie löse sich nun auf, weil sie ihre Ziele nicht erreicht habe? Auch das wäre ein Beitrag zur lebendigen Demokratie.

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