Berlin : Klicken und lernen

Computer statt Bücher: Steglitzer Hauptschule testet neue Unterrichtsmethode

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Hausaufgabenhefte, Atlanten, Erdkundeordner – Schulmaterialien wie diese werden an Berlins Oberschulen künftig wohl immer seltener verwendet. Denn die Jugendlichen nutzen im Unterricht zunehmend auch Computernetzwerke: So etwa an der Steglitzer Johann-Thienemann-Hauptschule – hier startete gestern das Pilot-Projekt „IT@School“ der Berliner Bildungsverwaltung in Kooperation mit den Schulbuchverlagen Cornelsen und Ernst Klett sowie der Telekomtochter T-Systems.

Die Lernplattform im Internet, die als Unterstützung im Unterricht eingesetzt wird, funktioniert wie eine „Lerntankstelle“. Beide Schulbuchverlage stellen eine Lernsoftware ein, mit der Schüler sowie Lehrer arbeiten können. Die Pädagogen geben über den Computer beispielsweise Aufgaben ein, die sich am individuellen Leistungsniveau der Jugendlichen orientieren. Von der Gruppenarbeit bis zu den Hausaufgaben unterstützen so genannte Arbeitstools wie die digitale Bibliothek den Unterricht. Die Hauptschüler bearbeiten am Computer ihre Hausaufgaben oder Tests und senden diese ihren Lehrern per E-Mail zurück. Während des Unterrichts gehen die Lehrer von Schüler zu Schüler und besprechen mit ihnen die Arbeiten gemeinsam am Bildschirm. „Durch die neue Lehrform haben wir mehr Zeit für unsere pädagogischen Aufgaben und können Schüler individueller fördern“, sagte Lehrerin Barbara Saidi.

Ziel des Projektes ist neben der Steigerung von Fachwissen auch eine verbesserte IT- und Medienkompetenz der Schüler: „Eine digitale Spaltung kann sich eine demokratische Gesellschaft nicht leisten“, sagte Bildungssenator Klaus Böger (SPD). Im kommenden Schuljahr sollen weitere 20 Schulen mit dieser neuen Form des Lernens ausgestattet werden. „IT@School ist richtungsweisend und hat Modellcharakter für Schulen in ganz Deutschland“, sagte Böger. In welcher Form das Projekt verbreitet und finanziert werden soll, sei allerdings offen.lga

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