Klima-Probleme : Akademie der Künste sagt alle Ausstellungen ab

Wegen Problemen mit der Klimaanlage hat die Berliner Akademie der Künste nur drei Monate nach Eröffnung ihres neuen Hauses am Brandenburger Tor alle Ausstellungen absagen müssen.

Berlin (19.08.2005, 16:54 Uhr) - Zugleich wurde auch der geplante Umzug des Archivs auf unbestimmte Zeit verschoben. Als Grund gab die Akademie am Freitag die schlechte Klimatisierung in dem Gebäude an. Wegen «starker Schwankungen» bei Temperatur und Feuchtigkeit könnten konservatorisch sensible Kunstwerke vorläufig nicht gezeigt werden.

Die Ausstellung «Raum. Orte der Kunst», die am 24. September starten sollte, wird nun voraussichtlich erst im Herbst 2006 beginnen. Das Gebäude, das vom Star-Architekten Günter Behnisch entworfen wurde, war erst im Mai eröffnet worden. Die Akademie kehrte damit nach mehr als 60 Jahren an ihren historischen Ort zurück.

Die starken Abweichungen von den für Museen und Galerien üblichen Standards stellten ein hohes Risiko für Exponate und Archivstücke dar, hieß es zur Begründung. Nach einer Analyse der Ursachen werde die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung «Nachbesserungen» vornehmen und falls erforderlich den Bau in Abstimmung mit der Akademie ergänzen. Zwischen der Akademie und der Senatsverwaltung war im Februar eine einjährige Testphase der Klimabedingungen vereinbart worden.

Der Umzug von Teilen des Akademie-Archivs - darunter die Kunstsammlung, das Baukunstarchiv und die Bibliothek - an den neuen Standort wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Die noch bis zum 28. August laufende Ausstellung «Künstler.Archiv» kann weiterhin gezeigt werden, da sie neben unempfindlichen Materialien auch Repliken statt der Originale nutzt. Verschoben wird dagegen die zum 80. Geburtstag des Regisseurs Konrad Wolf vorgesehene Ausstellung im Archivkabinett.

Der Fall sei ein neuer Beweis für die Unfähigkeit der Berliner Verwaltung, größere Bauvorhaben im Kostenrahmen zu halten, erklärten die Grünen. Das Land trage jetzt den vollen finanziellen Schaden. Auch nach Übertragung der Zuständigkeit für den Betrieb des Hauses auf den Bund sei das Land für die endgültige Fertigstellung verantwortlich, sagte der haushaltspolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis90/Die Grünen, Oliver Schruoffeneger. (tso)

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