Klimaschutz : Greenpeace-Camp vor dem Reichstag

Zwischen Reichstag und Kanzleramt haben Greenpeace-Aktivisten Stellung bezogen - vier Tage wollen sie hier ausharren und sich für den Klimaschutz einsetzen. Von Maike Redeker, mit Video

Berlin - Die Erdkugel wird ganz schön hin und her gebeutelt - der Rettungsring nutzt dem etwa 2,5 Meter Gummi-Globus wenig gegen die kalten Windböen. Auch an der Zeltplane zerrt der Wind und fährt unter die Jacken und in die Haare der jungen Leute im Zelt. Doch die Aktivisten der "Solar Generation" lassen sich von ihrer Sache nicht abhalten: Mit ausholenden Gesten und eindringlichen Worten versuchen sie, Passanten von ihrem Projekt zu überzeugen. Schließlich geht es um die Zukunft der Erde, um die Zukunft ihrer und künftiger Generationen.

Video des Greenpeace-Camps

Seit 2003 setzen sich die jugendlichen Greenpeace-Aktivisten der Solar Generation für den Klimaschutz ein. Etwa 50 Schüler und Abiturienten sind für vier Tage aus allen Teilen Deutschlands zusammengekommen, um mehr Engagement für den Klimaschutz von den Politikern zu fordern. Und sie argumentieren und debattieren schon wie die Politiker nebenan in den Schaltzentralen der Macht.

Generationsübergreifender Aktivismus

Direkt zwischen Kanzleramt, Reichstag und Abgeordnetenhaus haben sie ihr Informationszelt aufgeschlagen. Das Ziel: Möglichst viele der 614 Abgeordneten zu bewegen, ihre Stimme für einen konsequenten Klimaschutz abzugeben. 153 Ja-Stimmen haben sie auf einer Tafel vermerkt, die bis zum Jahr 2020 einer Verringerung des CO2-Ausstoßes um 40% zustimmen.

Dass Klimaschutz alle Generationen angeht, zeigen die etwa zehn Aktivisten von Greenpeace, die mit den Jugendlichen nach Berlin gekommen sind: Heinz Sträßner (69) etwa und Dietmar Zinke (57) aus Dortmund stehen den Jüngeren mit Rat und Tat zu Seite. Denn sie wissen: In der Vergangenheit hätte so manche umweltpolitische Entscheidung womöglich das heutige Ausmaß des Treibhauseffekts reduzieren können. Gemeinsam mit einer jungen Generation wollen sie die politischen Entscheidungen von heute mit beeinflussen. Damit die Erde nicht auch bald ins Schlingern gerät, wie der aufblasbare Erdball vor dem Reichstag. Von Maike Redeker

Webseite: Greenpeace Solar Generation ()

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