Klimaschutz in Berlin : Die Berliner sollen das Energiesparen lernen

Eine Führung durchs Müllheizkraftwerk oder Tipps zum Energie sparen zu Hause? Die Aktionswoche „Berlin spart Energie“ bietet Thementouren und Beratung für Hauseigentümer.

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Immer noch ein großes Problem: Luftverschmutzung. Am Montag beginnt die Berliner Energiesparwoche.
Immer noch ein großes Problem: Luftverschmutzung. Am Montag beginnt die Berliner Energiesparwoche.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Dass die Energiesparwoche in Berlin am selben Tag beginnt wie der Weltklimagipfel in Marrakesch, ist Zufall, aber ein passender. Denn was global geboten ist, muss lokal vollbracht werden – und ist ein wenig aus dem Blickfeld geraten, seit die Brennstoffpreise auf niedrigem Niveau stagnieren und die Politik von tagesaktuellen Krisen dominiert wird.

Jürgen Pöschk kann über mangelndes Interesse trotzdem nicht klagen: Zum fünften Mal veranstaltet er mit seiner Beratungsagentur im Auftrag der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ab Montag die Aktionswoche „Berlin spart Energie“. In der wird fast alles rund ums Thema gebündelt, das in Berlin zu finden ist. Vorbildprojekte zu Effizienz und Energiesparen öffnen ihre Türen zu Führungen – vom Klärwerk Ruhleben der Wasserbetriebe und dem Müllheizkraftwerk der BSR über innovative Gebäude und Wärmenetze bis zum LED-Laufsteg, der allabendlich in der Nähe des Technikmuseums erstrahlt.

Alle Angebote sind kostenlos

Wesentliche Zielgruppe sind Fachleute wie Architekten, Planer und Berater. „Aber das Angebot richtet sich auch stark an private Gebäudeeigentümer“, sagt Pöschk. „Die können sich zu Sanierungsfahrplänen beraten lassen: Was kann ich mit begrenztem Budget machen?“ Diese Frage wird auf viele Immobilienbesitzer zukommen: Durch das zu Jahresbeginn beschlossene Energiewendegesetz ist geregelt, dass Berlin bis 2050 klimaneutral werden muss – mit der Verwaltung als Vorbild. Das zugehörige Energie- und Klimaschutzprogramm als inhaltliche Füllung hat es zwar vor der Wahl nicht mehr durchs Abgeordnetenhaus geschafft – aber das lag vor allem an Bedenken der CDU, die nun in der Opposition ist.

Viele Veranstaltungen der Aktionswoche sind zu Thementouren zusammengefasst, alle sind kostenlos, einzelne ausgebucht. Für private Interessenten und Wohneigentümer dürfte besonders die telefonische Beratung interessant sein: Der Mieterverein informiert zu Heizkosten, die Architektenkammer zu Sanierungsplanung, die Verbraucherzentrale zu Dämmung, die Gasag zum Energiesparen allgemein, die Sanitärinnung zu Heizungsmodernisierung. Was sich nicht gleich klären lässt, kann im Nachhinein schriftlich beantwortet werden, stellt Pöschk in Aussicht.

Alle Infos und Anmeldung online:

www.berlin-spart-energie.de

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