Berlin : Klinge in der Wurst: Anschlag auf Hund vereitelt

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Gerade noch rechtzeitig hat eine 26-jährige Hundebesitzerin in Prenzlauer Berg am Dienstag ihren „Australian Shepard“ vor Schlimmerem bewahrt und ihm einen Hundeköder mit versteckter Teppichklinge aus der Schnauze gezogen. Präparierte Köder hatten Tierhasser schon häufiger in Berlin ausgelegt.

Die Frau war mit ihrem Hund zu einem abendlichen Spaziergang gegen 19.20 Uhr auf dem öffentlich zugänglichen Grünstück hinter einem Haus an der Prenzlauer Allee unterwegs, als das Tier plötzlich ein aufgespürtes Stück Wurst in seinem Maul hatte. Doch bevor er es verschlucken konnte, erkannte die Hundebesitzerin etwas Metallisches in dem Fleischteil und nahm es ihm weg. Wie sich herausstellte, war es ein Teil einer Teppichmesser-Klinge. Die Frau rief die Polizei und übergab den Beamten das präparierte Wurststück. Der Hund blieb unverletzt. Die Beamten suchten die Gegend nach weiteren gefährlichen Gegenständen ab, fanden aber nichts. Die Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz dauern an. Erst im Dezember vorigen Jahres war eine Hundeköder-Attacke vereitelt worden. Damals hatte eine Anwohnerin in der Sigmaringer Straße in Wilmersdorf gesehen, wie eine Unbekannte auf einem Fahrrad Fleischbällchen auf dem Gehweg verteilt hat. Die Anwohnerin sammelte fünf dieser Köder, die mit Schneiden von Rasierklingen gespickt waren, ein. Anschließend brachte sie diese zur Polizei. Die Radlerin soll 50 bis 60 Jahre alt gewesen sein, sie trug eine rote Kapuzenjacke. 2012 gab es mehrfach Warnungen vor Hundeködern, die meist vergiftet waren. Laut Polizei wurde in Wilmersdorf aber erstmals eine Verdächtige beobachtet. Gefasst wurde bisher noch niemand.

Nach der Attacke in Wilmersdorf wollten Hundehalter sich per Flyer gegenseitig warnen. Auch der „Giftköderradar“ - ein Satelliten-Warnsystem für Hundeköder, das man auch als App auf seinem Smartphone nutzen kann, hat sich unter besorgten Hundehaltern herumgesprochen.

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