Berlin : Klinik weist Schuld am Tod einer Frau zurück

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Im Fall Soubhie N. ging am Donnerstag das Krankenhaus Neukölln in die Offensive – und wies jede Schuld am Tod der 40-jährigen Frau und achtfachen Mutter von sich. Soubhie N. war am 23. Januar in dem Vivantesklinikum an einem geplatzten Aneurysma (Ausbeulung einer Ader im Gehirn) gestorben. Dort war sie nur 13 Tage zuvor bereits einmal gewesen, hatte über starke Kopfschmerzen geklagt und extrem hohen Blutdruck gehabt. Nach kurzer Behandlung hatte man sie entlassen und unter anderem mit der Diagnose Bronchitis an den Hausarzt überwiesen.

Die Familie N. will gerichtlich klären lassen, ob bei der Behandlung Fehler passierten. Das wies gestern der Regionaldirektor Süd des Klinikums, Diethelm Hansen, zurück. Man fühle sehr mit der Familie und bedauere den „tragischen Fall als Schicksal“, sagte er. Die Frau sei aber nach „allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt“ worden. Trotzdem werde man die Schlichtungsstelle beauftragen, den Tod zu untersuchen, um eine unabhängige kompetente Meinung zu erhalten.

Wie die Mediziner es gestern darstellten, ist unklar, ob zwischen den Ursachen für den ersten Klinikaufenthalt der Frau und dem zweiten ein Zusammenhang besteht. Man habe am 10. Januar ihren Bluthochdruck medikamentös gesenkt, woraufhin ihre Kopfschmerzen zurückgegangen seien. Soubhie N. habe auf Nachfrage gesagt, sie spüre keine „Nackensteifigkeit“, das sei in den Behandlungsberichten festgehalten. Die hätten für Ärzte ein Hinweis auf eine neurologische Erkrankung sein können, sagte gestern Professor Horst Glasner, Klinikdirektor Neurologie auf dem Vivantesgelände.

Die Frage, ob Soubhie N. noch leben würde, wenn die Ärzte am 10. Januar eine Computertomographie hätten machen lassen und das Aneurysma entdeckt hätten, lasse sich schwerlich beantworten, da nur sehr große Gefäßerweiterungen auf den Bildern sichtbar seien.ari

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