Berlin : Kliniken werben weltweit um reiche Patienten

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Krankenzimmer, die nach Mekka ausgerichtet sind, Ärzte, die mindestens Englisch sprechen, und natürlich Hotelzimmer für Angehörige und Leibwächter – dies sind nur einige der Qualitätsstandards, mit denen Berliner Kliniken wohlhabende ausländische Patienten aus anderen Kulturkreisen in die Stadt locken wollen. Am gestrigen Montag nahm das Netzwerk Berliner Krankenhäuser („Network for Better Medical Care“ – NBMC) offiziell seine Arbeit auf. Neun der rund 70 Berliner Krankenhäuser sind Gründungsmitglieder, darunter die Charité, die Zehlendorfer Klinik für Minimalinvasive Chirurgie, das Deutsche Herzzentrum und die Meoclinic in Mitte. Weitere sollen folgen. „Wir stehen für alle Kliniken offen“, sagt NBMCPräsident Jürgen Hardt. Das Netzwerk übernehme nicht die internationale Vermarktung der Mitgliedskliniken, sondern verstehe sich als Prüf- und Zertifikationseinrichtung. „Wer bei uns Mitglied ist, beweist damit, dass er bestimmte Qualitätsstandards erfüllt.“

Vor allem reiche Privatpatienten aus Russland und arabischen Staaten sind heiß begehrte Kunden, mit denen die Krankenhäuser ihre immer klammeren Kassen auffüllen wollen. Inzwischen gibt es in Berlin mehrere Vermarktungsorganisationen für verschiedene Bereiche der Gesundheit. Auch der Senat unternimmt seit dem vergangenen Jahr verstärkte Anstrengungen, Berlin als Gesundheitsstadt zu profilieren. So wie Frankfurt (Main) der Hauptfinanzplatz und München der Hauptstandort der High-Tech-Branche in Deutschland sei, so wolle Berlin der zentrale Platz der Gesundheitswirtschaft werden, hatte der Senat im vergangenen September angekündigt. Die Schirmherrschaft für das NBMC übernahm Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner (PDS). I.B.

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