• Klinikpersonalwarnt vor Pflegekollaps „Selbst Mindestbesetzung ist nicht mehr garantiert“

Berlin : Klinikpersonalwarnt vor Pflegekollaps „Selbst Mindestbesetzung ist nicht mehr garantiert“

Die Mitarbeitervertreter aller Berliner und Brandenburger Krankenhäuser haben gestern mit einer bislang einmaligen gemeinsamen Aktion vor einem drohenden Pflegekollaps gewarnt. Die minimale Personalbesetzung sei schon jetzt vielerorts nicht mehr gegeben, sagte Moritz Naujack vom Vivantes-Betriebsrat auf einer Pressekonferenz aller Personalvertretungen. „Wir rufen alle Verantwortlichen auf, die Konditionen zu ändern, damit gute Pflege wieder möglich ist.“

Normalerweise gelte die Regel, dass drei Pflegekräfte im Frühdienst, zwei im Spätdienst und eine nachts die Patienten versorgen. „Mittlerweile sind wir froh, wenn überhaupt eine examinierte Fachkraft da ist“, sagte Rainer Stein vom Betriebsrat der Helios-Kliniken. Ein Mitarbeiter ergänzte, in einigen Kliniken gingen täglich bei der Direktion Überlastungsanzeigen von Pflegekräften ein. Laut Stein haben „die meisten aber Angst, ihre Überlastung anzuzeigen, weil sie dann vor der Pflegedirektion Stellung beziehen müssen.“

Als besonders strapaziert gelten die Intensiv- und Überwachungsstationen sowie Rettungsstellen. Die Mitarbeitervertreter werden ihre Forderungen heute am Gewerkschaftsstand von Verdi auf dem Hauptstadt-Kongress Medizin und Gesundheit vertreten. Gegen den Pflegenotstand wurden bundesweit 185000 Unterschriften gesammelt. Morgen werden sie an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übergeben. liv

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