Berlin : Klinikum Benjamin Franklin: Neues Selbstbewusstsein

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Je länger der Protest fortschreitet, desto hoffnungsfroher geben sich die Mitarbeiter des Universitätsklinikums Benjamin Franklin. "Hier kommen Professoren und Arbeiter gleichermaßen zusammen, es herrscht eine unglaubliche Solidarität", sagte die Verwaltungsangestellte Evelin Schmalz, eine von rund 3000 Demonstranten, die sich gestern zum Protest gegen die Pläne der Koalition vor dem Bundeskanzleramt versammelt hatten. Auch der Infektionsforscher Helmut Hahn, mit 25 Jahren dienstältester Lehrstuhlinhaber, gab sich zuversichtlich: "Unter den Wissenschaftlern spürt man ein neues Selbstbewusstsein, denn wir wissen jetzt, dass Wissenschaft Wertschöpfung schafft." "Die Sturheit der Politik ist eine Dummheit", fügte Mario Brock, Professor für Hirn- und Neurochirurgie, hinzu. "Denn Wissenschaft ist der einzige Rohstoff Berlins", betonte er.

"Wir sind hier, um gemeinsam zu frieren, damit die anderen schwitzen", begrüßte der Präsident der Freien Universität (FU), Peter Gaehtgens, die Ärzte, Wissenschaftler, Studierenden und Verwaltungsangestellten, die lautstark mit Trommeln und Trillerpfeifen vor das Bundeskanzleramt zogen. Während drinnen im Bündnis für Arbeit verhandelt wurde, sicherten draußen Frank Bsirske, der Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Verdi, und DGB-Landeschef Bernd Rissmann, den Demonstranten ihre Unterstützung zu.

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Renate Rennebach sah sich als Direktkandidatin aus dem Wahlkreis Steglitz-Zehlendorf in der Verantwortung: "Ich möchte, dass das Klinikum erhalten bleibt." Sie appelliere an ihren Bundeskanzler, denn es gehe um einen Wissenschaftsstandort für die ganze Bundesrepublik.

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