Berlin : Klosterstraße und Karree: Unschönes Spiel

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Zum alten Glockenspiel im Turm der Parochialkirche gibt es folgende Legende, die im 18. Jahrhundert spielt: Der Bürgermeister von Berlin war so stolz auf den silberhellen Klang der 37 Glocken, dass er den Uhrmacher verpflichten ließ, nie wieder so ein schönes Uhrwerk zu bauen. Der Handwerker hielt sich aber nicht an sein Versprechen und bastelte im Geheimen schon an einem noch schöneren Spiel. Das erfuhr der Bürgermeister. Er ließ den Uhrmacher vor Gericht stellen. Zur Strafe wurde der alte Mann geblendet. Einige Zeit später ließ sich der Uhrmacher von seinem Gesellen den Turm hinauf führen. Der junge Handwerker fürchtete schon, sein Meister würde sich nun in die Tiefe stürzen wollen. Der aber befahl dem Gesellen, hier eine Schraube und da ein Kästchen aus dem Glockenspiel auszubauen. Von da an hatten die Glocken einen schlechten Klang, und keinem Uhrmacher des Landes gelang es, das Werk zu reparieren. So erzählt Kinderbuchautor Ernst Grau die Geschichte. Historisch belegt ist, dass Friedrich Wilhelm I. der Gemeinde das Glockenspiel 1713 schenkte. In der Tat klangen die Glocken musikalisch unsauber. In Amsterdam wurden darauf neue gegossen. Bis vor dem Zweiten Weltkrieg war das Spiel eine große Attraktion.

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