Berlin : Kneipen-Räuber schlugen wieder zu

Lokale in Wedding und Neukölln überfallen – Polizei bittet Wirte und Gäste um Mithilfe

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Die Raubserie auf Eckkneipen nimmt kein Ende: In den frühen Morgenstunden des Mittwochs überfiel eine aus vier Tätern bestehende Bande innerhalb kurzer Zeit zwei Lokale in Wedding und Neukölln. Im Landeskriminalamt (LKA) wurde inzwischen eine Ermittlungsgruppe gegründet, um die inzwischen 19 Taten zu klären. Anhaltspunkte gebe es aber nur sehr wenige, sagte ein Beamter.

Die maskierten Täter gehen brutal und rücksichtslos vor. Wer nicht sofort ihre Befehle befolgt, wird zusammengeschlagen – wie der Wirt der „Nogatklause“ in Neukölln. In die waren die Täter gegen 3.20 Uhr gestürmt. Vom Wirt verlangten sie das Geld aus der Kasse. Als der 34Jährige zögerte, schlug ihm einer der Täter die Faust ins Gesicht. Bevor die Räuber flohen, sprühten sie Pfefferspray in das Lokal. Zwei Stunden zuvor war bereits die „Große Bierstube“ an der Tegeler Straße in Wedding das Ziel der Bande. Sie bedrohten Wirt und Gäste mit Pistolen, leerten die Kasse, entwendeten Geldbörse und Mobiltelefon der Bedienung und schlugen drei der fünf Gäste nieder. Dann nahmen sie ihnen ebenfalls die Telefone und Geldbörsen ab.

Die Raubserie begann am 5. Oktober, jetzt arbeitet ein ganzes Kommissariat mit rund zehn LKA-Beamten daran, die Täter zu fassen. Aber die Ermittler tappen derzeit noch weitgehend im Dunkeln. Die Bande scheute bisher den Ostteil der Stadt, schlug aber auffällig oft in Steglitz zu. Die Idee, in jede der von den Tätern bevorzugten Eckkneipen mehrere Polizeibeamte zu setzen, ließ das LKA wieder fallen. Um die rund 1000 gefährdeten Lokale gezielt zu überwachen, fehle das Personal, sagte ein Beamter.

Er forderte die Gastwirte und deren Gäste auf, keinen Widerstand zu leisten und sich lieber die Kleidung der Täter und sonstige Merkmale genau einzuprägen. Wenn es gelänge, die fliehenden Räuber vorsichtig zu verfolgen und zu erkennen, womit und wohin sie fliehen, wäre dies ein erfolgversprechender Ansatz für die Ermittler. weso

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