Knie-Prothesen : Arbeitsgruppe soll OP-Skandal untersuchen

Eine Arbeitsgruppe des Senats will ergründen, warum fast 50 Patienten im St.-Hedwig-Krankenhaus falsche Gelenk-Prothesen eingesetzt bekamen. Jetzt wird auch konkret darüber diskutiert, ein zentrales Register für Implantationen einzuführen.

BerlinEine Arbeitsgruppe der Senatsgesundheitsverwaltung soll jetzt den Prothesenskandal im St.-Hedwig-Krankenhaus in Mitte untersuchen. Das Gremium sei von Gesundheitsstaatssekretär Benjamin Hoff eingesetzt worden, teilte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung mit. Nach einer ersten Überprüfung durch das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (LAGetSi) solle Vertretern der Klinik noch in dieser Woche ein Fragenkatalog übergeben werden. Die Arbeitsgruppe - der neben Vertretern des LAGetSi und der Senatsverwaltung auch die Patientenbeauftragte angehört - will nach Angaben der Behörde ihre Arbeit bis Ende September abschließen.

Von dem Fragenkatalog erhofften sich die Experten weitere Einblicke in die Ablauforganisation sowie das Fehler- und Qualitätsmanagement des Krankenhauses. Nach ersten Erkenntnissen muss die Information der Ärzte und Kliniken über ihre gesetzlichen Informationspflichten bei Medizinprodukten verbessert werden. Für Dienstag hat Hoff den Präsidenten der Berliner Ärztekammer, Günter Jonitz, die Patientenbeauftragte Karin Stötzner sowie die Datenschutzbehörde zu einem Gespräch geladen. Dabei geht es laut Sprecherin um die Einführung eines Implantationsregisters.

Vor mehr als einer Woche war bekannt geworden, dass in der Klinik zwischen Mai 2006 und März 2007 in 47 Fällen falsche Kniegelenke implantiert wurden. Krankenhaus und Hersteller der Prothesen schoben sich für den Skandal gegenseitig die Verantwortung zu. Außerdem wurden im St.-Hedwig-Krankenhaus seit 2003 auch fehlerhafte Hüftgelenkimplantate von einem anderen Produzenten eingesetzt. (mit ddp)

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben