Berlin : Knüppeldick

Gerd Nowakowski

hat weniger Angst vor der Polizei Knüppeln, was das Zeug hält, mit diesem schlechten Ruf hat die Berliner Polizei lange leben müssen. Bundesweit machte Schlagzeilen, als Berliner Einheiten in den achtziger Jahren in Wackersdorf auf Atomkraft-Gegner einschlugen oder in Kreuzberg herumprügelten. Knüppel frei – das ersetzte intelligente Einsatzkonzepte. Lange her, mit langer Wirkung. Berlin ist jedenfalls das letzte Bundesland, das den „Tonfa“ einführen will. Der wäre wegen der größeren Schlagkraft zu gefährlich, hieß es lange selbst in der Spitze der Polizeiverwaltung. Doch die Zeiten sind heute andere. Die Zahl gewalttätiger Demonstrationen geht zurück, dafür werden immer mehr Polizisten im normalen Einsatz angegriffen und verletzt. Zur Abwehr von Schlägen aber ist der Tonfa besser geeignet als der Gummiknüppel. Außerdem ist die Polizei längst eine andere geworden. Wer den Beamten den neuen Stock nicht geben will, hängt überholten Bildern nach. Die Beamten sind keine Haudraufs mehr, hat der vergangene 1. Mai gezeigt. Und wer brutal zuschlägt, wird zur Rechenschaft gezogen. Notfalls vor Gericht.

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