[Kommentare: 17]

Berliner Zoo

Kühle Begrüßung: Gianna ohrfeigt Knut

Bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug auf dem Bärenfelsen des Berliner Zoos hat Hausherr Knut eine Backpfeife von seiner neuen Gefährtin kassiert. Auch Runde zwei ging an Gianna.
Anzeige
Eisbär Knut und seine Gianna zeigen sich seit Dienstagmorgen zum ersten Mal gemeinsam auf dem Bärenfelsen im Berliner Zoo. Erste Annäherungsversuche seien auf beiden Seiten noch zurückhaltend gelaufen, teilte der Zoologische Garten mit. «Aber mit der Zeit werden sie sicher eine Spielgemeinschaft bilden.» Die beiden jungen Eisbären könnten sich jederzeit in Innenställe zurückziehen.
Bild vergrößern
Wer ist das denn? Knut pirscht sich vorsichtig aus dem Hintergrund an seine neue Gefährtin heran. - Foto: dpa
Knut geht es nicht wirklich gut. Am Dienstag kauerte er sich meist in eine Ecke seines Innengeheges und beäugte seine neue Gefährtin Giovanna, genannt Gianna, aus sicherer Entfernung. Gestern früh hat sie ihm erst mal eine gewischt, als er sie neugierig beschnuppern wollte. Und beim zweiten Rendezvous draußen am frühen Nachmittag auf der Freianlage gab der berühmteste Eisbär der Welt schnell wieder Fersengeld, als er beobachtete, wie Gianna sich am Wassergrabenfelsen hochstreckte, um zu ihm zu laufen. Am Dienstag ließ der Zoo die Jungraubtiere erstmals zusammen, nur nachts sollen die Schieber noch heruntergelassen werden, damit er ruhen und sie fressen kann, wie es das Weibchen gern im Dunkeln tut.
Fotostrecke: Gianna und Knut (6 Bilder)

„Auch Runde zwei ging an Gianna“, sagte Bärenkurator Heiner Klös am Nachmittag vorm Gehege lächelnd. Nein, Sorge habe er keine, dass das mit dem Zusammenführen womöglich nicht klappen könnte. „Das war uns schon klar, wer von den beiden die Hosen anhat. Aber die Tiere sind jung, sie werden sich aneinander gewöhnen, Knut lernt dazu.“ Zwei Jungtiere würden nicht aggressiv aufeinander losgehen. Zoochef Bernhard Blaszkiewitz sagte, dass sei wie bei den Menschen, da seien die Männer oft sanfter.

Bild vergrößern
Alpha-Bärin Gianna. Die Münchnerin watschte Knut ab. - Foto: ddp
Bis vor drei Wochen kannte der vom Tierpflegerteam um den verstorbenen Ziehvater Thomas Dörflein aufgezogene Knut nur körperliche Nähe zu Menschen. Gianna konnte er allein durch Gitterstäbe beschnuppern. Zoo und Tierpark Berlin sind den Kollegen aus München nun behilflich, indem sie drei bayerische Bären für ein Dreivierteljahr aufnehmen. Unterdessen wird das Münchener Eisbärengehege modernisiert. Zudem nutzt man in Berlin gern die Gelegenheit, Knut an seinesgleichen gewöhnen zu können.

Am Dienstag war es um 7.30 Uhr so weit, die Presse war noch nicht informiert, die Besucher standen noch vor verschlossener Zootür – man wollte den Tieren erst einmal Ruhe gönnen. Knut habe sich schüchtern genähert, sie sei forscher rangegangen, berichtet Bärenkurator Klös. Berlins weltbekanntes Klimaschutzsymboltier höre ja auf seinen Namen, pariere und sei für seinen sanften Charakter bekannt, wissen Pfleger und Zoostammbesucher. Gianna sei temperamentvoller, sie habe nicht so ein stabiles Nervenkostüm. Bei Dreharbeiten für die „Abendschau“ war sie „wie von der Tarantel gestochen hochgeschreckt und weggerast“, sagt Stammbesucherin Doris Webb von der Initiative „Knut forever in Berlin“. Sie stellte jetzt ein Video ins Netz. Knut-Dauerbesucherinnen sagten, Gianna sei wohl nicht an „Besucher in Viererreihen und lärmende Kinder auf dem Spielplatz gewöhnt“. Klös zufolge könnten die vielen Kameras auch Unruhe bei dem Raubtier auslösen.
Fotostrecke: Knuddel-Knut (203 Bilder)

 
Gestern war es bei Regen recht leer vorm Gehege. Nur Gianna zeigte sich kurz, lief wieder hinein. Die Fütterung am Gehege fiel aus, die Bären hatten anderes im Sinn. 100 Quadratmeter haben sie im Innengehege. Beruhigungsmittel gab’s nicht. Knut hat gestern immer mal wieder etwas unzufrieden gebrummelt.
Fotostrecke: Knut hat Geburtstag (23 Bilder)
Sie interessieren sich für dieses Thema und wollen keinen Artikel im Tagesspiegel dazu verpassen? » Informieren | » Login

Aus anderen Ressorts

Missbrauch:

Die Kraft des Bekenntnisses
Scham und Mut in der Missbrauchsdebatte: Nachhaltig erschütternder als die Klärung der Frage, wie der Papst einst als Münchner Erzbischof einem pädophilen Pfarrer zu neuem Amt verhalf, sind womöglich die leisen Bekenntnisse von Prominenten, sie seien als Kinder misshandelt und missbraucht worden.

Europa League:

4:4 gegen Valencia - Werder draußen
Das pure Spektakel: 1:3 zur Pause, ein erneutes "Wunder von der Weser" lag in der Luft, doch alles Aufbäumen half nichts. Werder Bremen ist nach einem packenden Spiel in der Europa League gescheitert.

Europa League:

Wolfsburg macht länger

Kommentare [ 17 ] Kommentar hinzufügen »

Comment
von andrea andrea ist gerade offline | 29.9.2009 15:22 Uhr
"Gegen Backpfeifen in Zoos!!!!..."
Zucht und Ordnung stellen in Gefangenschaft
lebende Eisbären-Damen wie Gianna womöglich
durch einen Überschuss an Tatzenhieben sicher.

Weil sie (noch) keine Lust auf Eisbären-Babys
als Kassenmagneten zur Freude der Fans haben.

Zoo-Diven ziehen höchstselbst massenweise Besucher an.

Die stürmen jetzt Geschenkeshops und Snackbars im Zoo,
um sich mit Knut-Devotionalien und Naschereien zu trösten -
unerfüllte Eisbärbabywünsche...

Der Zoo könnte eine größere und feudalere Bühne bieten,
wie es echten Eisbär-Stars eigentlich gebührt. Aber:
Es ist und bleibt ein Bärenfelsen, auf dem Gianna rockt.

Viele "Verbesserungen" sind rein kosmetischer Art
und dienen eher den Besuchern als den Tieren:
Der Schmuddel-Look von Knut zum Beispiel?

"Das ist frustierend und langweilig!", findet
die schneeweisse italienische Bärin aus Bayern -
und wünscht sich schon ein Bad im erdigen Matsch.

Prompt setzt es Stubenarrest für den armen Knut:

"Anstatt Millionen darauf zu verschwenden,
unschuldige Eisbären wie mich einzusperren,
sollte man sich für die Erhaltung guter Bärenlaune
und Wiedereinrichtung des Outdoor-Vergnügens einsetzen", brummelt "Cute Knut" - und nimmt die Watsch'n gelassen hin.
Comment
von samuelrees samuelrees ist gerade offline | 29.9.2009 16:42 Uhr
Backpfeifen, also wirklich
Genau deshalb habe ich nichts mit Frauen.
Comment
von unbekannt | 29.9.2009 19:43 Uhr
@samuelrees,
eins zu null für sie. der tag mußte kommen...
Comment
von unbekannt | 29.9.2009 17:20 Uhr
wie die katzen mit
den katern, wenn die nicht parieren.
Comment
von klaus_weiss klaus_weiss ist gerade online | 29.9.2009 18:38 Uhr
@ganymed
Hier auch. Das einzige Katz, das ALLE verkloppt, ist die Kätzin :-).
Comment
von unbekannt | 29.9.2009 19:46 Uhr
kater sind, @klaus_weiss
kastriert am erträglichsten und dann sagen die katzen auch nicht mehr viel.
Comment
von raibert raibert ist gerade offline | 29.9.2009 18:26 Uhr
Preußischer Kerl und
bayerische Dame, was kann man da schon zuerst erwarten??

Aber so muss wohl (Eisbären-)Liebe sein.

Ob die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling das auch so sieht?
Comment
von mannemoe mannemoe ist gerade offline | 29.9.2009 18:44 Uhr
..tja...
...tja, so sind sie...erst hauen und stechen...dann gaaanz anschmiegsam....
Comment
von titanic titanic ist gerade offline | 29.9.2009 20:24 Uhr
Tja, Bären ...
... sind halt auch nur Menschen :-)
Comment
von m0e m0e ist gerade offline | 29.9.2009 23:00 Uhr
@andrea
Was ich schon immer fragen wollte, auch wenn ich jetzt nicht sicher bin, ob Sie das immer waren, warum sieht ihr Text so aus wie ein Gedicht, also warum ist nach ca. 6 Wörtern immer ein Zeilenumbruch? Sieht irgendwie komisch aus, und liest sich auch schwer..
Comment
von stachel.v.tagesigel stachel.v.tagesigel ist gerade offline | 30.9.2009 8:32 Uhr
Is nüscht neuet...
...dett macht "Ursula", wenn se über Hertha BSC schreibt, jenauso. Scheint 'ne Frauenkrankheit zu sein, so wie dett mit de Backpfeife...:-)
Armer Knut, aber da muss er durch, durch dett "Watschen-Oktoberfest"!
Comment
von andrea andrea ist gerade offline | 30.9.2009 13:22 Uhr
Ich kann auch Limericks...
Zur Prosa bitte hier entlang. Schön, dass Ihnen die Bären-Poesie des Tagesspiegels gefällt - bis auf komische Gedichte von mir hier. ;-)

Humorvolle Grüße @m0e!
Comment
von changnoi changnoi ist gerade offline | 30.9.2009 5:35 Uhr
det is ja wie
bei mir ssu hause, ich habe in meiner huette auch nichts zu melden, da bin ich geduldet, rangier hinter dem hund und der katze gleichauf mit dem sofa, (meinem wichtigsten koerperteil). ausnahmen bilden das schlafzimmmer (fuer hund und katze tabu), und das geht schon seit 15 jahren. ich brauches halt n bischen haerter, und wenn ich ne grosse klappe haben will, dann gehe ich in die kneipe oder werde politisch oder beides.

das kann Knut nun leider nicht.
daher fordere ich FREIGANG FUER KNUT! (ev. erstmal in begleitung)
bin mir sicher der hat in jeder berliner kneipe ein freigetraenk sowie eine warme mahlzeit gut.
und mit seinen hauslichen problemen findet er beim stammpublikum grosstes verstaendnis.

berliner zeigt "HERZ4KNUT" (nicht hartz)
Comment
von changnoi changnoi ist gerade offline | 30.9.2009 6:01 Uhr
guido hilf
BIG NEWS:
Tagesspiegel uebetrifft sich selber.
Nur noch solche nachrichten bitte, schlimmer soll es nicht mehr kommen, bitte! ;-)

"Knut hat gestern immer mal wieder etwas unzufrieden gebrummelt."


was sagt die kanzlerin, vor allem was sagt Westerwelle.
das faellt in seinen bereich - schliesslich kann man den Freistaat Bayern von Berlin aus betrachtet nicht einfach so als Innland bezeichen.

Bewaehrungsprobe fuer Guido.

Comment
von riegel riegel ist gerade offline | 30.9.2009 8:54 Uhr
Tierquälerei durch Tiere
BUND bitte übernehmen!
Weiter Folgen:
Die Grünen diskutieren diesen Fall auf einem Parteitag.
Berlin verbietet das natürliche Verhalten der Tiere innerhalb der Stadtgrenzen und denkt über eine Abschiebung nach. Knut und seine schlagende Partnerin erhalten vorerst, nach einer Krisensitzung der Berliner Senatsverwaltung für Bildung und der GEW, den Berliner Ethikunterricht!
Comment
von lupo lupo ist gerade offline | 1.10.2009 3:10 Uhr
ZUERST einmal
wird durch tatkräftige Unterstützung von Zensursula ein Sichschutz um das Gehege gehängt

DANN wird Tempelhof freigemacht, der Platz reicht aus, damit sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholt

DANACH wird eine NATO-Rats-Sondersitzung einberufen und strategische Konsequenzen beraten

UND SCHLIEßLICH wird das entstandene Kommuniqué von allen Mitgliedstaaten in einer Prunksitzung mit Dieter Bohlen abgesegnet

Comment
von dali dali ist gerade online | 1.10.2009 1:24 Uhr
Da steckt bestimmt Blaszkiewitz hinter
unserm Schmusebär mit Nuckeltendenzen
so'ne italienische Zicke an den Hals zu hetzen,
damit will der bestimmt unsern Knut dazu treiben,
dass der sich nicht mehr aus dem Käfig traut
und er ihn dann klammheimlich nach Neumünster abschieben kann...

Kommentar hinzufügen Neue Community-Funktionen Richtlinien


Sie können noch Zeichen schreiben.
Kommentare werden nicht sofort angezeigt. Beachten Sie hierzu unsere Richtlinien.

Um diesen Beitrag absenden zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Benutzername  
Passwort  
     
Sie haben noch keinen eigenen Account? Dann bitte
Geben Sie bitte folgende Daten ein, um sich zu registrieren und Ihren Kommentar zu speichern.
Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet, und nicht ohne Ihre Zustimmung an Dritte weitergegeben werden!

gewünschter Benutzername:
gewünschtes Passwort:
Wiederholung Passwort:
Email:


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wie viel ist 43 - 10 = 


Anzeige
Weitere Themen

Voller Einsatz Lesezeichen hinzufügen

Von Hannes Heine und Johannes Radke
"Krass ist der schon", sagen sie auf der Straße über Ahmad El-A. mehr...

Angriff auf das Kehrmonopol Lesezeichen hinzufügen

Von Claus-Dieter Steyer
Wettbewerb über den Dächern Berlins: Schornsteinfeger streiten vor dem ... mehr...

Nervöses Durcheinander Lesezeichen hinzufügen

Von Frank Jansen
Nach dem rassistischen Übergriff auf zwei Iraner am U-Bahnhof Rehberge vor fast ... mehr...

Unter der Betondecke Lesezeichen hinzufügen

Von Claus-Dieter Steyer
In Freudenberg und Kunersdorf sind an diesem Wochenende zwei bisher ... mehr...

Kinderporno: Fahnder überführen Personalrats-Chef Lesezeichen hinzufügen

Von Fatina Keilani
Der oberste Interessenvertreter der Berliner Landesbediensteten ist wegen der ... mehr...
Fotostrecken

Gefährliche Hunde (9 Bilder)

Der Frühling kommt (19 Bilder)

Friedrichstraße im Wandel (8 Bilder)

Wechseljahre im Abgeordnetenhaus (7 Bilder)

ITB 2010 (9 Bilder)

Unterwegs im Schillerkiez (10 Bilder)
Neues Klinikportal
Immer das passende Berliner Krankenhaus für eine stationäre Behandlung oder einer Krankheit finden.
---
Unser neuer Service zeigt die Aussichten in allen Bezirken
Anzeige
---
Alexanderplatz, Hertha, Mediaspree: Leserdebatten auf Tagesspiegel.de. Diskutieren Sie mit!
Anzeige