Koalition im Umfragetief : Wähler sind unzufrieden mit Wowereit und Henkel

Nach einem Jahr Rot-Schwarz ist laut einer Forsa-Umfrage nur eine Minderheit der Berliner Wähler mit der Arbeit des Senats zufrieden. Die einstigen Stars Klaus Wowereit und Frank Henkel sind in der Beliebtheit abgestürzt.

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Sympathieträger. Der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum bleibt laut Forsa Berlins beliebtester Politiker. Allerdings liegen die von den Bürgern vergebenen Durchschnittsnoten insgesamt nicht allzu weit auseinander.
Sympathieträger. Der parteilose Finanzsenator Ulrich Nußbaum bleibt laut Forsa Berlins beliebtester Politiker. Allerdings liegen...Foto: dpa

BerlinGerade hat die rot-schwarze Koalition ihr Einjähriges gefeiert, aber die Wähler sind nicht wirklich in Partylaune. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag der „Berliner Zeitung“ sind die Berliner sowohl mit der Arbeit des Senats als auch mit dem Engagement von Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) deutlich unzufriedener als noch im Frühjahr: Von 1008 repräsentativ befragten Berlinern äußerten sich nur 30 Prozent zufrieden über den Senat. Im April waren es noch 39 Prozent. Das Urteil über die Regierungspartei SPD fällt fast identisch aus; die Zufriedenheit mit der CDU sank von 33 auf 28 Prozent. Jeder dritte Befragte war der Meinung, Berlin werde schlechter regiert als andere Kommunen. Jeder zweite sah keinen Unterschied. Die Frage, ob sich Wowereit ausreichend um die Probleme der Stadt kümmere, bejahte selbst unter SPD-Wählern nur eine Minderheit von 45 Prozent, während 51 Prozent „Nein“ antworteten. Stadtweit kommt Wowereit auf 30 Prozent Zufriedenheit für sein Engagement – und liegt mit Platz 13 fast am Ende der Beliebtheitsskala. Als Hauptgrund für den Absturz gilt der Problem-BER.

Trösten mag den Regierungschef, dass der einst ebenfalls sehr beliebte Innensenator Frank Henkel (CDU) ihm Richtung Umfragekeller folgt und nach der Schredder-Affäre auf Platz 11 steht. Oben auf dem Treppchen bleibt Finanzsenator Ulrich Nußbaum, gefolgt von Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) und Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop.

Würde am Sonntag ein neues Abgeordnetenhaus gewählt, lägen SPD und CDU mit je 26 Prozent gleichauf. „Gemessen daran, wo wir herkamen, ist das nicht schlecht“, sagte CDU-Generalsekretär Kai Wegner. Die Grünen legen auf 22 Prozent zu, die Linken auf elf, die Piraten fallen auf sieben. Die FDP ist zwischen den Sonstigen verschwunden.