Berlin : Koalition in Berlin: Die Angst vor dem "U-Boot"

Gru

Zum Thema Online Spezial: Rot-Rot in Berlin
Kurzporträt: Der neue Senat Berliner Senatswahlen sind eine kitzlige Angelegenheit. Bei den geheimen Einzelabstimmungen ist jeder Abgeordnete in der Kabine mit sich allein. Schon manches "U-Boot" hat eine Katastrophe ausgelöst - der frühere Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe (1977 bis 1981) etwa stürzte darüber.

Bei der Wahl des SPD/FDP-Senats fiel Stobbe am 26. April 1979 der Senator Horst Korber (SPD) durch. Stobbe präsentierte einen anderen Kandidaten, der gewählt wurde. Das Ende kam am 15. Januar 1981 anlässlich der Senatsumbildung. Vier SPD-Kandidaten fielen durch, nur der FDP-Anwärter schaffte die Hürde. Der Regierende Bürgermeister erklärte kreidebleich vor dem Abgeordnetenhaus seinen Rücktritt. Nach einem sozial-liberalen Intermezzo unter Hans-Jochen Vogel (SPD) und vorgezogenen Neuwahlen begann die Regierungsära der CDU mit dem Regierenden Bürgermeister Richard von Weizsäcker. Doch auch ihm passierte zwei Mal ein Malheur. Bei der Wahl seines FDP-gestützten CDU-Minderheitssenats im Juni 1981 fiel Wirtschaftssenator Elmar Pieroth durch. Erst im zweiten Wahlgang klappte es. 1983 wurde die CDU-FDP-Koalition geschmiedet. Diesmal war Umweltsenator Horst Vetter (FDP) das Opfer der "U-Boote". Auch er schaffte die Hürde erst im zweiten Wahlgang. Seit Stobbes Sturz geht die Angst um.

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