Koalition in Brandenburg : Linke, hör’ die Signale!

Noch wird sondiert, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke tendiert wohl aber zu Rot-Schwarz. Die Linken versuchen noch einmal alles für eine rot-rote Neuauflage.

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Muss sich entscheiden: Ministerpräsident Dietmar Woidke.
Muss sich entscheiden: Ministerpräsident Dietmar Woidke.Foto: dpa

Es ist der Tag vor seiner Koalitions-Entscheidung. Doch Dietmar Woidke nimmt sich Zeit. Viel Zeit sogar für diesen Termin, der offenbar Pflicht ist für Regierungschefs in Brandenburg. Also lässt er sich am Montag im Potsdamer Arkona-Hotel die schönsten Erntekronen überreichen, die Landfrauen auf dem Erntefest in Fürstlich-Drehna geflochten haben. Woidke ist blendend drauf, er herzt und scherzt, bis Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) unkt: „Ein gut gelaunter Chef. Was Besseres kann einem ja nicht passieren.“ Ob es sein schönster Termin an diesem Tag sei, wird er gefragt: „Als Ministerpräsident hat man doch nur schöne Termine. Deshalb ist das Amt ja so begehrt.“

Nur, mit wem er koalieren will, das lässt sich Brandenburgs Regierungschef an diesem Tag nicht entlocken. „Noch wird sondiert“, sagt Woidke, ehe er, gestärkt durch gebratenen Havelzander, zur vorletzten Sondierungsrunde eilt. Zu der mit den Linken, am Dienstag ist noch mal die CDU dran, ehe auf seine Empfehlung am Abend der SPD-Landesvorstand entscheiden wird, mit wem Koalitionsverhandlungen aufgenommen werden.

Und doch verdichten sich die Signale, dass es in Richtung CDU geht. Das kann man selbst an den Gesichtern von Linke-Verhandlern ablesen, die am Nachmittag in der Staatskanzlei erscheinen. Und die Linken versuchen noch einmal alles, einen Weg für Rot-Rot II zu finden. Aber es wird eng. Nach den Regierungsjahren, in denen man so viel gemeinsam litt und stritt, sich aufeinander verlassen konnte.

Als nach drei Stunden alles vorbei ist, sagt Generalsekretärin Klara Geywitz, man habe schon sehr detailliert über die mittelfristige Finanzplanung gesprochen. Linke-Chef Christian Görke sagt, er habe ein „gutes Gefühl“, die Chancen hätten sich „verbessert“. Wenn die Inhalte stimmen, sei es möglich, das „rot-rote Koalitionsprojekt“ fortzusetzen. Ein Projekt war es für die SPD nie. Dietmar Woidke macht es spannend bis zum Schluss.

Lesen Sie hier einen Kommentar zu einer möglichen großen Koalition in Brandenburg.

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