Berlin : Koalition uneinig über Schulschwänzer Wirkung von Bußgeldern

bleibt umstritten

-

In der Koalition herrscht Uneinigkeit über den Umgang mit so genannten Schulverweigerern. Während die SPDBildungspolitikerin Felicitas Tesch gestern für eine konsequente Verhängung von Bußgeldern plädierte, wandte sich Siglinde Schaub (PDS) strikt dagegen: „Solche Strafen taugen überhaupt nicht dazu, Jugendliche zum Lernen zu bewegen.“ Lernen funktioniere nur freiwillig, und dazu brauchten die Jugendlichen eine Perspektive. Genau daran mangele es aber angesichts des Defizits an Lehrstellen und Arbeitsplätzen. Es gebe allerdings Schulverweigerer-Projekte, die sehr wohl Erfolge dabei hätten, die Jugendlichen zurückzuholen.

In Berlin gehen täglich tausende Kinder nicht zur Schule. Schätzungen gehen von rund zehn Prozent der Schülerschaft aus. Die Bezirke reagieren unterschiedlich. Laut Tesch ist Neukölln etwa sehr konsequent beim Eintreiben der Bußgelder von „fünf Euro pro Tag“. Mieke Senftleben von der FDP hält es für vordringlich, dass die Eltern überhaupt konsequent durch die Schule über das Schwänzen informiert werden. Wenn die Eltern dann nicht reagierten, könne man immer noch zum Bußgeld greifen. sve

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben