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Berlin : Koalition will Schulsekretariate verstärken

04.01.2012 00:00 Uhr

Für das Büropersonal sollen künftig nicht mehr die Bezirke, sondern die Senatsverwaltung zuständig sein. Stadträte sind skeptisch.

Rund 1000 Schulsekretärinnen, die bisher von den Bezirksämtern beschäftigt wurden, sollen nach dem Willen der rot-schwarzen Koalition zur Bildungsverwaltung wechseln. Etliche Mitarbeiterinnen befürchten deshalb Umsetzungen oder Krankheitsvertretungen in weit entfernten Stadtteilen, sobald es einen Gesamtberliner Pool für alle Schulsekretärinnen geben wird. Einige Stadträte bezweifeln überdies den Nutzen der Personalumschichtung.

„Wir haben jahrelang beim Senat für die Nachbesetzung freier Stellen kämpfen müssen. Warum sollte die Lage besser werden, wenn der Senat verantwortlich ist?“, fragt sich nicht nur der Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß (SPD).

Als langjähriger Bildungsstadtrat hat er selbst erlebt, wie schwierig es war, Hausmeister oder Sekretärinnen einzustellen, „weil die Finanzverwaltung blockierte“. Er ärgert sich darüber, dass so getan werde, als hätten die Bezirke Schuld an der schlechten Personalausstattung.

Dennoch ist die Linie der rot-schwarzen Koalition klar. „Das gesamte schulische Personal mit Ausnahme der Schulhausmeister wird Personal der Senatsverwaltung für Bildung“, heißt es im Koalitionsvertrag. In der Bildungsverwaltung laufen dazu die ersten Gespräche. Allerdings dürfte sich das Verfahren eine Weile hinziehen und erst zum Januar 2013 abgeschlossen sein, erwartet Komoß.

Dies liegt zum einen daran, dass zunächst das Allgemeine Zuständigkeitsgesetz geändert werden muss, das die Aufgabenteilung zwischen Land und Bezirken regelt. Zum anderen soll der Aufgabenbereich der Sekretärinnen erstmals seit Jahrzehnten definiert und durch Fortbildungen flankiert werden. Auch das wird Zeit in Anspruch nehmen.

Der Verein der Berliner Schulsekretärinnen, der allerdings nur einen kleinen Teil der Frauen vertritt, sieht die Entwicklung positiv. „Bei uns war eine Mehrheit der Mitglieder für die Überführung in die Bildungsverwaltung“, sagt die Vorsitzende Gabriele Brieler. Sie kennt die Befürchtungen einiger Betroffener, quer durch die Stadt versetzt zu werden. Zu ihnen gehört Brigitte Knoblich, Sekretärin der Max-von-Laue-Schule in Lichterfelde. „Ich lebe in Zehlendorf und möchte nicht in Marzahn eingesetzt werden“, begründet sie ihre Ablehnung der Koalitionspläne.

Diese Sorgen hält die Bildungsgewerkschaft GEW für überzogen. „Da es keine Überhänge gibt, muss keiner mit einer Versetzung rechnen“, sagt der GEW-Vorsitzende Hartmut Schurig. Er hält das Koalitionsvorhaben für „sinnvoll“, da die Sekretärinnen direkt mit den Schulleitern und Lehrern zusammen arbeiten, die ebenfalls der Bildungsverwaltung zugeordnet sind. Zudem begrüßt Schurig die vorgesehene „Stärkung“ der Schulsekretariate und die geplante Einsetzung von Verwaltungsleitern. Mit beiden Vorhaben will die Koalition die Schulleiter entlasten.

Bevor es soweit ist, gilt es allerdings noch einiges zu klären. Bisher ist offen, woher das Geld für die Stärkung der Sekretariate oder die neuen Verwaltungsleiter kommen soll. Im Koalitionsvertrag ist nur nebulös von „Umschichtung“ die Rede. Unklar ist auch, was die neue Aufgabenbeschreibung der Sekretärinnen für deren Bezahlung bedeutet. Ihre Vereinsvorsitzende Gabriele Brieler will auch diese Frage thematisieren. Seit Jahren schon bemühen sich die Frauen, als Sachbearbeiterinnen eingestuft und somit besser bezahlt zu werden – bisher ohne Erfolg.

Angesichts der ungewissen Ausgestaltung des Vorhabens stellt die Bildungsstadträtin von Steglitz-Zehlendorf, Cerstin Richter-Kotowski (CDU), die gesamte Passage des Koalitionsvertrags infrage und erwägt, zusammen mit ihren Amtskollegen den Plan auszuhebeln: „Schließlich ist ein Koalitionsvertrag noch kein Gesetz.“ Ähnlich wie Stefan Komoß aus Marzahn-Hellersdorf ärgert sie sich besonders darüber, dass SPD und CDU ihren Plan damit begründen, die Sekretariate stärken zu wollen, obwohl die rigiden Einstellungsbeschränkungen des Senats über Jahre hinweg vor allem zur Ausdünnung des Personals geführt hätten.

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