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Koalitionsbeschluss zum Tierschutz : Rot-Rot-Grün will Kutschen aus Innenstadt verbannen

Pferdekutschen in der Berliner City sind aus Gründen des Tierschutzes stark umstritten. Nun will Rot-Rot-Grün sie verbieten. Verhandelt wurde auch über Exoten und Zirkustiere.

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Die geplante rot-rot-grüne Koalition in Berlin will die bei Touristen beliebten Pferdekutschen aus der Innenstadt verbannen.
Die geplante rot-rot-grüne Koalition in Berlin will die bei Touristen beliebten Pferdekutschen aus der Innenstadt verbannen.Foto: dpa


Täglich stehen sie vor allem im Sommer auf dem Pariser Platz am Brandenburger Tor: Pferdedroschken, die Touristen durch Berlin kutschieren. Doch seit Jahren protestieren Tierfreunde gegen diese aus ihrer Sicht tierquälerische Attraktion. Nun stellt sich SPD, Linke und Grüne auf ihre Seite: Die künftige Koalition will die Kutschen aus der Innenstadt verbannen und dies in Ausführungsregelungen zum bundesdeutschen Tierschutzgesetz verankern. Das bestätigte am Samstag Grünen-Sprecher Julian Mieth.

"Die Tiere sind halbblind und apathisch."

Bereits im Mai 2016 übergaben Berliner Tierschutz-Organisationen dem Senat eine online- Petition für ein Droschkenverbot mit rund 68 000 Unterschriften. Stundenlang müssten die Tiere oft in praller Sonne oder bei eisigen Temperaturen regungslos auf Kundschaft warten, heißt es. „Halbblind durch Scheuklappen und apathisch laufen sie durch die Stadt, Abgase und der harte Asphalt machen sie krank.“ Tierschutzauflagen würden nicht eingehalten, dies sei in der Stadt auch kaum möglich. "Kutschen in der City sind unzeitgemäß." Wer romantische Touren verkaufen wolle, dürfe dies nicht auf Kosten der Pferde tun. Dafür eigneten sich heute Velotaxen oder Elektrokutschen viel besser. Andere Großstädte wie London, Paris oder Toronto haben Pferdekutschen bereits untersagt. In Rom wird derzeit ein Fiakerverbot heftig diskutiert.

Strenge Auflagen für Zirkustiere

SPD, Linke und Grüne haben bei ihren Gesprächen am Freitag und Sonnabend auch beschlossen, den gewerblichen Handel mit exotischen Tieren nur noch unter strengen Auflagen zu gestatten. Ausschließlich auf fachlich ausgewiesenen Tierbörsen dürfen sie künftig verkauft werden. Und auch der Streit über die Zirkustiere war bei den Koalitionsverhandlungen Thema: Zirkussunternehmen sollen künftig nur noch auf öffentlichen Flächen Berlins gastieren, wenn sie ihre Tiere artgerecht halten.

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