Berlin : Koalitionsverhandlungen: Pro

Manfred Von Richthofen

Auf die Bewerbung zu verzichten, ist eine verantwortungsvolle Politik gegenüber den Bürgern Berlins. Der Sport lebt doch nicht im Wolkenkuckucksheim. Die ganze Republik weiß, wie es um die Berliner Finanzen bestellt ist. Wie könnten wir Forderungen an die öffentliche Hand stellen, wenn diese nichts zu vergeben hat? Dass aber Großunternehmen, die ihren Sitz in ganz anderen Regionen haben, die Kosten der internationalen Bewerbung Berlins übernehmen sollten, ist wohl nicht zu erwarten. Und es handelt sich bei diesen Kosten um zweistellige Millionenbeträge. Ohne Steuergelder wird es nicht gehen.

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Ted: PDS im Senat - Schlecht für Berlins Image?
Ted: Ist der Verzicht Berlins auf eine erneute Bewerbung für Olympische Spiele richtig? Ich rechne auch nicht mit einer hohen Unterstützung für die Bewerbung in der Berliner Bevölkerung. Das zeichnet sich schon jetzt ab - und dürfte noch deutlicher werden, wenn die Berliner die Konsequenzen der Haushaltsnöte richtig zu spüren bekommen. Da wird es nicht zuletzt Kürzungen im Sportbereich geben - während die anderen deutschen Bewerber-Städte die Mittel für den Sport noch aufgestockt haben. Marode Turnhallen für den Alltag, für Olympia aber Prachtbauten? Bekanntlich erwartet das IOC jedoch Zustimmungsraten von mindestens 80 Prozent in den Austragungsstädten.

Übrigens haben die deutschen Bewerber 1993 zugunsten Berlins verzichtet. Es stünde der Stadt gut an, nun ihrerseits zurückzustehen.

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