Berlin : Kochkunst für den Körper

Zwischen der Therapie werden im Herzzentrum gesunde Speisen zubereitet – live und zum Mitmachen.

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Ärztin für den Magen. Marketa Schellenberg ist Vollwertköchin und bereitet gesundes Essen zu, das auch schmeckt. Foto: promo
Ärztin für den Magen. Marketa Schellenberg ist Vollwertköchin und bereitet gesundes Essen zu, das auch schmeckt. Foto: promo

Zu viel tierisches Eiweiß und ungesunde Fette – so sieht der Speiseplan vieler Deutscher aus. So manche Herz-Kreislauf-Erkrankung ließen sich vermeiden, wenn man tierische Fette und Salz reduzierte, sagen Experten. Stattdessen soll mehr Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Getreide und Magermilch auf den Speiseplan. Aber kann das auch schmecken?

„Eigentlich gibt es keine spezielle Kardio-Küche, sondern nur eine Kost, die dem ganzen Körper gut tut“, sagt die Berliner Vollwertköchin Marketa Schellenberg. Sie wird bei den Liveübertragungen aus dem Herzzentrum Brandenburg am Sonnabend neben den Ärzten eine zweite wichtige Rolle spielen: Schellenberg wird einen gemeinsam Kardio-Kochkurs vor Publikum geben. Jeder kann die Zutaten für die einzelnen Gerichte bereitstellen und vor dem Bildschirm mitkochen.

Nur was tut uns gut? Welche Speisen halten unser Herz in Schuss? Gerichte wie indischer Kartoffelsalat mit Linsen, Zucchinischeiben im Kokosmantel oder Möhren-Kardamonkroketten stehen am Sonnabend auf Schellenbergs Speiseplan. Mit diesen Gerichten möchte die Vollwertköchin zeigen, dass eine Küche, die gesund für das Herz ist, auch den Gaumen erfreuen kann. „Tausend Gründe für eine gesunde Ernährung werden zunichte gemacht, wenn es nicht schmeckt“, sagt sie. „Denn beim Essen entscheidet nun mal der Bauch.“

Schaut man sich Schellenbergs Rezepte an, die sie am Sonnabend im Herzzentrum live kochen wird, dann fällt eines sofort auf: Fleisch kommt nicht in den Topf. „Viele tierische Fette fördern die Arterienverkalkung.“ Und verkalkte Arterien können im schlimmsten Falle zum Herzinfarkt führen. Doch Fett ist nicht gleich Fett. Fisch enthält viele Omega-3-Fettsäuren, die sich positiv auf die Gefäßwände auswirkten. „Da kommt kein Pflanzenprodukt ran“, sagt Schellenberg. Vegetarier könnten aber trotzdem über geschrotete Leinsamen oder Leinöl die Omega-Fettsäuren zu sich nehmen.

Auch Eiweiß und Eisen müssen nicht über Fleisch aufgenommen werden. Eiweiß ist wichtig, um Muskeln aufzubauen. „Das tierisches Protein höherwertiger als pflanzliches Eiweiß ist, ist ein Mythos“, sagt Schellenberg. Sojaprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Getreide lieferten genügend hochwertiges Eiweiß. Eisen, das wichtig für die Bildung roter Blutkörperchen ist, kommt konzentriert in Linsen und Bohnen, Vollkorngetreide und Nüssen vor.

Niemand müsse aber auf Fleisch verzichten. Doch anstatt jeden Tag billiges Schweinefleisch zu essen, könne der Herzkreislauf mit wöchentlich zwei bis drei Portionen hochwertigem, am besten wild gefangenem Fisch oder weißem Fleisch, wie beispielsweise Hühnchen geschont werden. Denn helles Fleisch enthält weniger ungesundes Fett.

Und eine weitere gesunde Regel: Je weniger das Produkt verarbeitet und konserviert sei, desto besser. Die Ausnahme: Sauerkraut. Das bilde während der Fermentation Vitamine und weitere wertvolle Inhaltsstoffe.

Schellenberg rät zu kleinen Schritten, damit eine Ernährungsumstellung auch langfristig erfolgreich ist. Das Essen nicht nur aufwärmen, sondern selbst kochen, sei ein Anfang. Besser noch: Gemüse und Obst selbst ziehen. „Aus dem eigenen Garten schmeckt es immer noch am besten.“ Frieder Piazena

Die Rezepte für die Livekochkurse zum Nachlesen unter www.gesundheitsberater-

berlin.de oder herzzentrum.immanuel.de

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