Königs Wusterhausen in Brandenburg : Jugendliche töten Biber mit Böller

Im Schlosspark Königs Wusterhausen haben offenbar Jugendliche mit Silvesterkrachern einen Biber getötet - er wurde von der Druckwelle erfasst und ist ertrunken.

Der tote Biber im Schlosspark Königs Wusterhausen (Brandenburg). Er soll Opfer einer Böllerattacke geworden sein.
Der tote Biber im Schlosspark Königs Wusterhausen (Brandenburg). Er soll Opfer einer Böllerattacke geworden sein.Foto: Anett Harnisch/NABU Berlindpa

Der Böller-Tod eines Bibers hat bei Naturschützern in Berlin und Brandenburg Empörung ausgelöst. Das Tier war am Montag vor einer Woche im Schlosspark von Königs Wusterhausen südlich von Schönefeld durch einen Knallkörper gestorben. Dem Jungtier sei durch die Druckwelle das Trommelfell geplatzt, woraufhin es ertrank, teilte der Naturschutzbund (Nabu) am Montag in Berlin mitteilte.

Die Frau eines ortsansässigen Jägers habe das verendete Tier am Ufer eines Weihers entdeckt. In der Nähe hatten ihrer Aussage nach Jugendliche Feuerwerkskörper in das Wasser geworfen.

Ein Sprecher der Schlösserstiftung sagte: "Wir haben dort seit längerer Zeit einen Biber beobachtet", der habe jedoch nicht auf dem Gelände der Stiftung gelebt, sondern auf einer Insel im angrenzenden Mühlenfließ, die auf öffentlichem Land liegt. Gestorben sei er allerdings auf dem Grundstück der Stiftung, obwohl das Gebiet eigens abgezäunt war. Womöglich sei das Tier einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen.

Der tote Biber wurde im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht. „Die Todesursache ist Ertrinken, da sich in der Lunge und im Magen viel Wasser befanden“, teilte die Veterinär-Pathologin Gudrun Wibbelt mit. Die Trommelfelle des Tieres waren gerissen. Zudem seien in Leber und Gehirn schockbedingte Stauungen der Blutgefäße festgestellt worden. „Das Jungtier muss einer enormen Druckwelle ausgesetzt worden sein“, schlussfolgerte die Tiermedizinerin.

Der Nabu appellierte, an Silvester Rücksicht auf Haus- und Wildtiere zu nehmen oder ganz auf Knallkörper zu verzichten. „Dieser Fall soll zum Nachdenken anregen, welche tragische Wirkung ein 'lustiges Böllerwerfen' haben kann - nicht nur auf Haustiere, sondern vor allem auch auf Wildtiere“, sagte die Berliner Nabu-Sprecherin Carmen Baden. epd/stb

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