Köpenick : Ambrosiafeld in Wuhlheide entdeckt

Am ehemaligen Güterbahnhof wachsen bis zu einer Million Exemplare einer zweiten, härtnäckigeren Art der Ambrosiapflanze. Weitere Felder der stark allergenen Pflanze befinden sich in Lichtenberg.

Jan Ludwig

Vor allem im Osten Berlins breitet sich eine zweite, hartnäckigere Art der Ambrosiapflanze aus. Auch sie steht im Verdacht, Allergien auszulösen. Bis zu eine Million Exemplare der Pflanze wachsen am ehemaligen Güterbahnhof Wuhlheide in Köpenick, weitere Felder befinden sich in Lichtenberg. „Das ist eine schleichende Gefahr, vor der man nicht die Augen verschließen sollte“, sagt die Pollenexpertin Sandra Kannabei von der Freien Universität Berlin. Bisher gebe es allerdings noch kein wirksames Mittel, um das hartnäckige Kraut zu entfernen.

Seit drei Jahren versucht die Stadt Berlin, die aus Nordamerika eingeschleppte Ambrosia auszurotten. Sogenannte Scouts durchkämmen die Stadt und suchen nach der Pflanze. Die alte Art ist durch die Arbeit der Scouts in vielen Bezirken Berlins fast verschwunden. Die neuere Art lässt sich allerdings nicht durch Herausreißen entfernen, da sie schon aus Wurzelresten wieder sprießen kann. 40 Jahre lang bleiben die Samen keimfähig, sagt Kannabei. Das mache die Bekämpfung so schwierig.

Studien US-amerikanischer Forscher weisen darauf hin, dass auch diese zweite Art zu allergischen Reaktionen wie Juckreiz und tränenden Augen führen kann. Allergologe Karl-Christian Bergmann von der Berliner Charité vermutet einen Zusammenhang. Er betont jedoch, dass nur fünf Prozent aller Heuschnupfen auf Ambrosia zurückzuführen seien. Wenn also bei der Ambrosiabekämpfung auch der sehr ähnlich aussehende Beifuß herausgerissen werde, sei das umso besser. Auch er kann Allergien auslösen. jlu

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