Berlin : Köpenick: Burganlage mit Restaurants und Wellness-Center

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Wenn sich Ende Oktober die Türen der Gaststätte am Fuße des Müggelturms schließen, dann für immer: Die Gebäude rund um den historischen Ausguck sind in einem schlechten Zustand. "Noch einen Winter überstehen die feuchten und rissigen Gemäuer auf keinen Fall, sie müssen abgetragen werden", sagt Selim Kuzu. Der Kaufmann möchte, wie berichtet, die Umgestaltung des gesamten Müggelturm- Areals finanzieren. Für 20 Millionen Mark soll auf dem 4500 Quadratmeter großen Gelände ein touristischer Treffpunkt entstehen. Bis auf den Turm werden alle vorhandenen Gebäude abgerissen. Geplant ist eine Burganlage, deren zentrales Element nach wie vor ein Turm bildet. Doch dieser wird anders aussehen als der vor 40 Jahren errichtete Betonklotz. Der Köpenicker Architekt Ulrich Peickert hat ein Bauwerk entwickelt, das an den hölzernen, pagodenähnlichen Turm erinnert, der im Mai 1958 abgebrannt war. Zur Anlage, die drei Etagen tief in das Erdreich hineingebaut werden soll, gehören außedem ein Mittelklassehotel, vier Restaurants, ein Wellness- Center mit Therme sowie ein Theater und eine gartenartig angelegte Wasseraufbereitungsanlage.

Zum Thema Newsticker: Aktuelle Meldungen aus Berlin und Brandenburg "Wir könnten so schnell wie möglich mit den Abrissarbeiten beginnen", sagt der potenzielle Investor Kuzu. Doch bevor es soweit ist, müssen noch einige Hürden genommen werden. Denn das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz. Man müsse gemeinsam mit dem Senat Kompromisse finden, sagt Oliver Scholz (CDU), Stadtrat für Stadtentwicklung. Deshalb sollte eigentlich die äußere Hülle der in den 60er Jahren errichteten Gaststätte erhalten bleiben. Aber das halten Kuzu und Peickert für unmöglich. Auch Scholz zeigt sich von dem vorgelegten Projekt überzeugt. Wolfgang Gerber, langjähriger Betreiber des Müggelturm-Areals, sieht in dem Konzept "die einzige Chance, endlich etwas zu bewegen". Der 53-Jährige bemüht sich seit Jahren um eine Umgestaltung des Geländes auf den Müggelbergen. Aber der Köpenicker hat bei der Suche nach Investoren mehrmals auf falsche Mitstreiter gesetzt.

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