Berlin : Köpenick: Rampe aus märkischem Sand

bey

Die Namensschilder für die neue Spreebrücke, die von der Straße An der Wuhlheide nach Spindlersfeld führt, sind schon bestellt. "Wilhelm Spindler" wird darauf stehen, haben Bezirk und Senat jetzt so entschieden. Damit wird dem Gründer der Wäsche- und Färbereifabrik gedacht, der sich 1872 in Köpenick ansiedelte. Wenn alles planmäßig verläuft, werden die Tafeln im Herbst nächsten Jahres enthüllt. Denn dann soll die 152 Meter lange Verbindung fertig sein.

Bauleiter Peter Gürgen ist mit dem bisherigen Verlauf der Arbeiten zufrieden. "Wir liegen voll in der Zeitschiene", sagt er. Im Herbst vergangenen Jahres war Baustart für den ersten Abschnitt der sogenannten Tangentialverbindung Ost (TVO): einer insgesamt 2,2 Kilometer langen Strecke, die einmal die Straße An der Wuhlheide mit Spindlersfeld, dem Glienicker Weg und dem Adlergestell verbinden wird. Autofahrer müssen sich dann nicht mehr im Schritttempo durch die staugeplagte Köpenicker Altstadt quälen.

Die Eisenträger der östlichen Brückenhälfte reichen schon bis an das gegenüberliegende Ufer. Wer mit dem Boot unter den drei Bögen durchfährt, sieht helle, hölzerne Längs- und Querbalken. Es ist die Schalung, die irgendwie an ein riesiges Gerippe erinnert. Rund 3000 Kubikmeter Beton müssen in einem aufwendigen Verfahren auf das Bauwerk gebracht werden. Fast fünf mal so viel märkischer Sand ist für die Auffahrtsrampe an der Straße An der Wuhlheide nötig.

Unaufhörlich karren in diesen Tagen Lastwagen den feinkörnigen Kies heran. Für Bauingenieur Gürgen, der schon für etliche Brücken verantwortlich war, ist das Köpenicker Bauwerk eigentlich nicht besonders schwierig. "Die Brücke ist höchstens besonders groß", sagt er. Probleme habe es in den zurückliegenden Monaten immer mal wieder wegen Kleinigkeiten gegeben: So mussten beispielsweise zusätzliche Anker eingebaut werden. Auch an der zweiten Brücke - innerhalb der TVO wird es vier neue Viadukte geben - wird seit März gearbeitet. Sie überspannt mit einer Länge von 70 Metern die S-Bahn-Gleise von Spindlersfeld. Sie stellt einmal den Anschluss zur Oberspreestraße her. Für den zweiten Bauabschnitt, der eine Verlängerung der Trasse bis zum Glienicker Weg vorsieht, läuft zurzeit das Planfeststellungsverfahren. "Kommende Woche wird das Projekt innerhalb des Bezirksamtes diskutiert", kündigt Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD) an. Nach bisherigen Planungen soll 2007 die gesamte, rund 100 Millionen Mark teure, Verbindung hergestellt sein.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben