Berlin : Körting lässt Hassprediger ausweisen

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat einen amerikanischen Staatsbürger ausweisen lassen. Der in Ägypten geborene US-Bürger hatte laut Innenverwaltung im Internet Hasspredigten veröffentlicht. Das Verwaltungsgericht hielt die Vorwürfe für begründet und wies den Widerspruch des Mannes gegen die Ausweisung zurück.

Der 1946 geborene Mann war im Juli 2003 nach Deutschland gekommen, um hier als Lehrer zu arbeiten, erst als Fachbereichsleiter an einer Schule in Potsdam, dann an einer internationalen Schule in Berlin. Zuletzt soll er einen Umzug nach München geplant haben.

2007 waren amerikanischen Stellen drei Artikel zum Irakkrieg aufgefallen, die in den vergangenen Jahren unter Pseudonym im Internet veröffentlicht worden waren. Darin schrieb der Verfasser, dass es richtig sei, im Kampf zur Verbreitung des Islam Ungläubige zu töten. In diesem Sinne rechtfertigte er auch die Anschläge vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten und am 7. Juli 2005 in London als „gerechte Strafe Allahs“. Er stellte Mordanschläge in einen Zusammenhang mit den Kriegen im Irak und in Afghanistan und schrieb, Allah habe es den Muslimen erlaubt, „in derselben Weise zurückzuzahlen“. Ermittlern des Landeskriminalamtes gelang der Innenverwaltung zufolge der Nachweis, dass der Amerikaner ägyptischer Herkunft der Verfasser der Texte war.

Der Mann bestritt dies, ebenso wie seine Teilnahme an einem Video-Interview, in dem er offenbar ebenfalls islamistische Thesen vertrat. Das Gericht konnte er aber nicht überzeugen.

Laut Innenverwaltung kam der Mann der Ausreiseverfügung zuvor, indem er Deutschland verließ. Die Ehefrau und eine Tochter des Mannes sind offenbar ebenfalls ausgereist. wvb.

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