Berlin : Körting verteidigt Razzia

Innensenator: Einsatz gegen Fußball-Hooligans war richtig

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Innensenator Ehrhart Körting (SPD)hat sich am Montag hinter die Polizisten gestellt, die vor gut einer Woche mit einem massiven Einsatz gegen Angehörige der gewaltbereiten HooliganSzene vorgegangen waren. „Die Maßnahme war richtig, um schwerste Straftaten zu unterbinden“, sagte Körting im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Zuvor hatte Polizeipräsident Dieter Glietsch ausgeführt, es habe „vielfältige Erkenntnisse“ gegeben, dass in der Disko „Jeton“ in Friedrichshain Ausschreitungen geplant werden sollten, bei denen sich am Sonntag Hooligans bei der Begegnung BFC–Union austoben wollten. „Die Täter mussten an der Durchführung gehindert werden.“

Bei dem Polizeieinsatz waren wie berichtet insgesamt 158 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Knapp 70 gehören laut Polizei der gewaltbereiten Szene an. Mehr als 100 Beamte des Spezialeinsatzkommandos waren im Einsatz. Bislang sind wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und ähnlicher Delikte 76 Strafanzeigen gegen die Polizei gestellt worden. Kritik hatte es nicht nur wegen der Härte des Einsatzes gegeben. Auch berichteten Betroffene, dass sie gefesselt und lange Zeit daran gehindert wurden, Toiletten aufzusuchen. Manche wurden erst am Sonntagnachmittag einem Richter vorgeführt, bevor sie wieder entlassen wurden.

Bei jenem letzten Punkt zeigte sich der Polizeipräsident selbst unzufrieden. Es sei „bedauerlich“, dass man nicht schon vorher mit Richtern Kontakt aufgenommen hatte. Ansonsten sei der Einsatz „sachgerecht“ durchgeführt worden. Das hatten zuvor vor allem die Grünen und die PDS bezweifelt. Auch nach der Sitzung hatten sie Zweifel an der Verhältnismäßigkeit des Vorgehens geäußert.

Die schärfsten Vorwürfe kamen aber vom BFC-Fanbeauftragten Rainer Luedtke. Er warf der Polizei vor, unschuldige Fans zu kriminalisieren. Seine Formulierung von der „normalen Gewalt“ am Rande von Fußballspielen hielten ihm hinterher mehrere Politiker als Beleg dafür vor, dass er sich nicht ausreichend von Gewalttätern im Fußballmilieu distanziere. lvt

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