Berlin : Kohle für die Mode

Im Juli soll es erstmals zentral organisierte Schauen in Berlin geben

GTH

Berlin und Mode, das ist inzwischen ein gutes Team. In der Hauptstadt arbeiten nicht nur viele Designer, auch Agenturen, Magazine und Produktionsstätten haben sich in den vergangenen Jahren hier angesiedelt. Was fehlt, ist eine Art Teamchef, der den Laden zusammenhält und darüber informiert, was in der Stadt passiert.

Mit der „Mercedes-Benz Fashion Week“, die erstmals im Juli stattfinden wird, soll nun alles besser werden. Das Vorbild ist New York, wo die Marketing- und Eventagentur IMG, die auch in Berlin für die Organisation verantwortlich ist, Presse und Einkäufer zu den Schauen einlädt. „Der Bürgermeister liebt uns“, sagt die IMG-Vizepräsidentin Fern Mallis und spielt damit auf die vielen Millionen Dollar an, die durch die Fashion Week nach New York fließen.

Darauf scheint auch der Berliner Senat zu setzen: Er lässt das ganze Areal um das Brandenburger Tor für drei Tage sperren, in denen auf einem riesigen Laufsteg unter Ausschluss der Öffentlichkeit Mode gezeigt wird. Mode wird also endlich als Wirtschaftsfaktor erkannt; Potenzial gibt es genug. Es könnte noch wachsen, würde man Designer und Infrastruktur fördern. Bisher wurden erfolgreiche junge Designer wie das Duo C.Neeon vor allem im Ausland unterstützt. Der British Fashion Council bezahlte zwei Auftritte auf der London Fashion Week. So eine Organisation, die als Ansprechpartner dient und mit Wirtschaft und staatlichen Institutionen zusammenarbeitet, sucht man in Berlin vergeblich.

Dass sich etwas tun muss, haben auch die Veranstalter der Premium erkannt. Immerhin ist diese Modemesse seit der Absage der großen Ausgabe der Bread & Butter die wichtigste verbliebene. Und auch die Zukunft Berlins ist – zumindest in modischer Hinsicht – inzwischen noch enger mit der Premium verknüpft: IMG setzt bei der Realisierung der Fashion Week auf eine enge Zusammenarbeit mit der Messe. Denn auch wenn das Modewochenende im Januar für die Premium mit mehr als 15 000 Besuchern das bisher erfolgreichste war, fehlten die internationalen Besucher.

Mit der Fashion Week könnte es nun einen Qualitätssprung geben: Wenn deutsche und internationale Designer ihre Mode am Brandenburger Tor zeigen, wird hoffentlich wieder mehr Modevolk aus aller Welt angelockt.

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