Kolumne : Hinter den Kulissen bei Michael Cramer und Ehrhart Körting

Grüne Zugpferde und ein Innensenator, der über Frauen nicht mehr spricht.

Der grüne EU-Verkehrspolitiker Michael Cramer bekam Post von einem aufgeregten Wähler. Warum denn bitteschön „Unser Zugfährt für Europa“ auf dem Wahlplakat stehe, fragte der erzürnte Briefeschreiber. Der Duden kenne das Wort „Zugfährt“ nicht. Da habe Cramer doch wohl eher „Zugpferd“ gemeint. Und von „Legastenikern“ lasse er sich in Brüssel nun gar nicht vertreten. Cramer, ausgebildeter Pädagoge, schrieb dem Herrn freundlich zurück, er sei kein „Legastheniker“, da er wohl wisse, dass dieses Wort „mit h“ geschrieben werde. Und der werte Briefeschreiber möge doch das Buchstabenspiel mit Humor verstehen. „Unser Zug fährt umweltpolitisch korrekt nach Brüssel“, sagt Cramer und ergänzt, er sei wahlkampftaktisch ja das Zugpferd. Und außerdem werde in Westfalen – Cramer ist in Gevelsberg geboren – für das Pferd umgangssprachlich „Ferd“ gesagt. Also, das ist Dialektik.

Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hat sich vor kurzem für seinen umstrittenen Vergleich von enthemmten Steinewerfern mit Vergewaltigern entschuldigt. Er sagte damals unter anderem: „Ist die Frau erst mal ausgezogen und vergewaltigt, dann fällt es anderen leichter, auch mitzumachen.“ Am Donnerstag nun pirschte sich eine Radioreporterin am Rande der turbulenten Plenarsitzung an Körting heran, hielt ihm ein Mikrofon entgegen und fragte ihn, ob er etwas „zu Hertha“ sagen könne. Heute spielt bekanntlich Hertha, auf Platz drei in der Bundesliga, gegen Schalke. Körting antwortete schlagfertig, er habe sich vorgenommen, „nichts mehr über Frauen zu sagen“. Seinen trockenen Humor hat der Innensenator nicht verloren. Sabine Beikler

0 Kommentare

Neuester Kommentar