Kolumne : Hinter den Kulissen der Berliner Politik

Die Berliner CDU im Dauerlauf und eine Politrebellin auf Berliner Bühne. Neues von Robbin Juhnke und Gabriele Pauli.

Sabine Beikler

Trainiert haben sie nicht zusammen, sondern sich auf ihre „individuelle Fitness“ verlassen, wie der CDU-Abgeordnete Robbin Juhnke erzählt. Juhnke nahm mit den CDU-Abgeordneten Nicolas Zimmer und Oliver Scholz am 8. Firmenlauf in Berlin teil. Mit Platz 838 kam das Team ins gute Mittelfeld. Dieser Erfolg katapultiert die Union in politische Höhenflüge. „Ein Kinderspiel“ sei es gewesen, heißt es. Rot-Rot habe gekniffen, auch die anderen Oppositionsfraktionen hätten nicht mitgemacht. Deshalb sei der Lauf ein Schritt zum Einzug ins Rote Rathaus. Eine Erklärung für den euphorischen Gemütszustand könnte der „Runner’s High“ sein, ein Hochgefühl, das sich bei extremen Belastungen im Langstreckenlauf einstellt. Dabei kommt es zu einer intensiven Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn. Der Sportler hat das Gefühl, „ewig“ weiterlaufen zu können.

Ihre ganz großen Auftritte hatte Gabriele Pauli vor einigen Jahren, als sie dem damaligen bayerischen Landesvater Edmund Stoiber scharf Paroli bot und an dessen Sturz deshalb nicht ganz unbeteiligt war. Als sie dann nicht mehr so viel Gehör bei den Christsozialen fand, suchte die einstige CSU-Rebellin als Spitzenkandidatin bei der Europawahl kurze Heimstatt bei den Freien Wählern. Die wollten sie aber schnell wieder loswerden. Unbeirrt gründete Frau Pauli eine eigene Partei, die Freie Union. Und jetzt ist sie mit ihrem Programm „gegen verkrustete Parteistrukturen“ in Berlin angekommen. 35 Mitglieder zählt der vor kurzem gegründete Landesverband. Die Partei will zur Bundestagswahl antreten und sammelt dafür Unterschriften. Auf ihre Eigenwerbung darf man schon gespannt sein: Einmal ließ sich Gabriele Pauli nackt, in weiß-blauer Fahne eingewickelt, ablichten. Ein anderes Mal präsentierte sie sich mit schwarzen, langen Latex-Handschuhen. Sabine Beikler

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