Kolumne : Hinter den Kulissen

Der Regierende Bürgermeister Klaus Woweret wartet auf ein Wunder – und ein Grüner war im Gefängnis.

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Klaus Wowereit sagt ersteinmal nichts mehr zum Thema Staatsoper. -Foto: ddp

Wo verbringt der Regierende Bürgermeister seinen Urlaub? Über seine privaten Reiseziele spricht Klaus Wowereit nicht gern. Es war lediglich bekannt, dass er in diesem Sommer die Salzburger Festspiele besuchte. Danach aber machte er einen Abstecher zum 60. Filmfestival nach Locarno ins Schweizer Tessin. Auf der mittelalterlichen Piazza Grande schaute er sich am vergangenen Wochenende den Film „The Bourne Ultimatum“ mit Matt Damon an. Zwar fehlten die Hauptdarsteller bei der Vorführung, Politprominenz war dagegen stark vertreten: Schweizer Bundesräte, der italienische Kulturminister oder der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier kamen auf die Piazza. Dort traf Wowereit seinen Amtskollegen, den Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät. Tschäppät packte die Gelegenheit am Schopf und lud Wowereit zu den Qualifikationsspielen der Fußball-EM 2008 nach Bern ein. Als Hommage an Deutschland und das „Wunder von Bern“ – der deutsche Sieg bei der Fußball-WM 1954 – stehe die in der Schweiz und Österreich ausgetragene EM in der eidgenössischen Hauptstadt unter dem Motto „Bern wirkt Wunder“, sagt Tschäppät. Wowereit hat seine Teilnahme mündlich schon zugesagt.

Manche Politiker verbinden ihren Urlaub mit Arbeit. Der grüne Rechtspolitiker Dirk Behrendt ist zurzeit in Osteuropa unterwegs: erst in Bulgarien, jetzt in Rumänien. Mit Genehmigung des rumänischen Justizministeriums besichtigte er gestern das Gefängnis Rachowa in Bukarest. Gebaut worden ist die Haftanstalt zwar in den 90er Jahren, doch sind die Haftbedingungen „gewöhnungsbedürftig“, wie Behrendt sagte. Bis zu zehn Häftlingen müssen sich eine Zelle teilen, Einzelzellen sind die Ausnahmen. Was Behrendt allerdings „äußerst befremdlich“ fand, war der Sicherheitstrakt: Dort arbeiten schwer bewaffnete Justizvollzugsbeamte in Kampfanzügen und aus Angst vor Racheakten vermummt. Der Gefängnisbesuch soll nicht folgenlos bleiben: Behrendt bemüht sich jetzt um ein Austauschprogramm für rumänische Justizbeamte, damit die sich auch mal die deutschen Haftbedingungen anschauen. Sabine Beikler

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