Kolumne: In der TAT : Zeigen, was ’ne Harke ist

Annette Kögel beruhigt das Ökogewissen - und hofft auf Nachahmer

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Besser geht Urlaub nicht. Blauer Himmel, Sonnenschein, mir geht es gut, wie geht es euch. Es kam aber noch besser. Andere Touristen am Strand in dem kleinen Ort irgendwo im Paradies hatten die Idee, wenn Europa ohnehin gerade so viel tut für unsere griechischen Freunde, dann könnten wir doch auch mal selbst mit anpacken. Die Plastikflaschen hier und da vom Sand aufheben, die eine oder andere Zigarettenkippe aufsammeln. Gesagt, getan – unser Strand kann noch herrlicher werden. Was folgte, wurde zum beinahe schönsten Ferienerlebnis.

Plastiktüte geschnappt und losgezogen. Bücken, einsacken, weiter. Die anderen auf ihren Handtüchern links und rechts dabei freundlich grüßen und sich gar beflügelt berufen fühlen zum Scherzen. Strandkontrolle, Guten Tag, haben Sie denn auch ihr Strandticket gelöst? Das könnte man abends bei Souvlaki und Ouzo klären, lautete die Antwort. Einige fingen an, weniger freundlich auf die Nachlässigkeit von Urlaubern zu schimpfen, aber eine Reisende bot gleich an, den Säuberungsdienst am nächsten Tag zu übernehmen. Unsereins warf zwei Plastiktüten voll Müll in den Container. Ein gutes Gefühl, zur Nachahmung empfohlen.

In Berlin ist es kälter, aber Möglichkeiten zum Anpacken gibt es ungezählte. Die von Miniermotten zerfressenen Kastanienblätter müssen jetzt dringend weggefegt und entsorgt werden. Denn das ist bekanntlich die einzige Möglichkeit, den Schädling zu minimieren. Wo gefegt wurde, ist der Schädlingsbefall am Baum im nächsten Jahr zwei Drittel geringer. Engagement aus der Nachbarschaft ist dieses Jahr wichtiger denn je, denn Senat und Bezirke organisieren kaum mehr große öffentliche Fegehappenings. Aber für das braune Laub mit den Millionen Larven, die in Hinterhöfen und versteckten Ecken der Stadt lagern, sind weder Grünflächenämter noch BSR zuständig. Also: Der Motte zeigen, was ’ne Harke ist!

- Laubsammelaktionen veranstalten zum Beispiel der CDU-Ortsverband Wittenau in Reinickendorf am kommenden Sonnabend (11 bis 13 Uhr, Treffpunkt an der Dorfaue in Alt-Wittenau) und die SPD Neu-Westend in Charlottenburg am 12. November (11 bis 14 Uhr, Treffpunkt am blauen Obelisken auf dem Theodor-Heuss-Platz). Darüber hinaus können Gartenbesitzer Laubsäcke für vier Euro in BSR-Recyclinghöfen erwerben.

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