Kommentar : Falsche Freunde

Transatlantisches Getue als teures Windei: Was nun, FU? Bernd Matthies über einen merkwürdigen Freundeskreis, der ihn an einen berühmten Film erinnert.

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Die „Freunde der italienischen Oper“ waren nichts als ein Mafiasyndikat – das wissen wir aus Billy Wilders „Manche mögen’s heiß“. Aber wer verbirgt sich hinter den höchst realen „Freunden der Freien Universität?“

Es scheint sicher zu sein, dass dieser illustre New Yorker Verein, gegründet, um Spenden für die FU einzutreiben, stattdessen eine runde Million versenkt hat – überwiegend wohl, um sich selbst zu verwalten. Und, versteht sich, für flotte Galas mit wichtigen Menschen, die sich im Charity-typischen Glauben wähnten, der ihnen eingeflößte Champagner werde sich für die darbenden Berliner Studenten vielfach verzinsen.

Das hat er nun nicht. Schlimmer, selbst eine irgendwo eingetriebene Spende von 600.000 Dollar für den Henry-Ford-Bau ist in den USA versickert. Und, noch schlimmer: Offenbar hat die Berliner Uni-Bürokratie mehrere Jahre gebraucht, um endlich auszurechnen, dass das schnucklige transatlantische Getue nichts als ein Windei war. Was nun?

„Na und? Niemand ist vollkommen“, lauten die Schlussworte von „Manche mögen’s heiß“. So leicht sollten die Freunde der FU nicht davonkommen.

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