Kommentar : Routinemäßig ausgezeichnet

Die politische Klasse feiert wieder einmal routinemäßig sich selbst. Bernd Matthies über Verdienstkreuze für Klaus Wowereit und Matthias Platzeck.

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Das erste Bundesverdienstkreuz ging 1951 an den Lebensretter Franz Brandl, die bislang letzten gehen am Donnerstag an Klaus Wowereit und Matthias Platzeck. Ihre Verdienste sind ein wenig schwerer zu erklären; sie haben ihren Job gemacht, gut, wie ihre Wähler meinen, schlecht, wie ihre Nichtwähler finden. Und sie sind dafür von uns allen sehr anständig bezahlt worden.

Die ihnen zugedachte Stufe mit Stern und Schulterband erreicht ein normaler Bürger nicht einmal dann, wenn er die Bewohner eines brennenden Hochhauses rettet und anschließend sein komplettes Millionenvermögen den barmherzigen Schwestern spendet. Ist das Ganze Wahlkampfhilfe, wie die FDP vermutet?

Das von einem CDU-Politiker geführte Präsidialamt dürfte dazu kaum einen Grund haben. Nein: Hier feiert einfach die politische Klasse wieder einmal routinemäßig sich selbst. Immerhin ist diese Feier kostengünstig. Hoffen wir, dass Wowereit und Platzeck, wenn sie dereinst fertig haben, der hohen Auszeichnung wirklich würdig sind.

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