Berlin : Kommt der „Präsident“ zum Prozess?

Erster Verhandlungstag nach seiner Freilassung

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Die Fortführung des Prozesses gegen Mahmoud Al-Z., auch „der Präsident“ genannt, wird am heutigen Montag mit Spannung erwartet. Kommt der Angeklagte oder kommt er nicht? Am vergangenen Freitag hatte das Kammergericht Berlins bekanntesten Kriminellen und seine neun mutmaßlichen Komplizen in die Freiheit entlassen. Die Untersuchungshaft habe sich mit 19 Monaten für die Angeklagten unzumutbar in die Länge gezogen, urteilten die Richter.

Die Polizei traf die Entscheidung wie ein Schlag. Die Ermittler haben Mahmoud Al-Z. aber nicht mehr aus den Augen gelassen, nachdem der 34-Jährige am Freitagabend unter großem Jubel seiner Familie und Bekannten das Gefängnis in Moabit verlassen hatte. Sollte der „Präsident“ morgen nicht pünktlich um 9.30 Uhr auf der Anklagebank Platz nehmen, kann ein neuer Haftbefehl gegen ihn beantragt werden.

Für den mutmaßlichen Bandenchef steht einiges auf dem Spiel: Mahmoud Al-Z. und den anderen Beschuldigten drohen bis zu 15 Jahre Haft wegen internationalen Drogenhandels. Der Staatsanwalt wirft ihnen vor, Drogen in den Niederlanden erworben und in Deutschland und Dänemark verkauft zu haben. Der Prozess ist vorläufig bis Februar terminiert. Zuletzt hatte der „Präsident“ im Jahr 1998 vor Gericht gestanden, damals wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft wegen Beihilfe zum Drogenhandel verurteilt – was Staatsanwaltschaft und Polizei als viel zu milde bezeichnet hatten. kf

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