Konflikt an Johannisthaler Gymnasium : Brandbrief blieb ein Jahr unbeantwortet

Massenkrankschreibungen wegen einer angeblich zu autoritären Rektorin: Auf den Fluren des Montgolfier-Gymnasiums in Johannisthal herrscht eine lähmende Stimmung. Die Schulbehörde verspricht nun eine „schnelle Lösung“. Dabei war das Problem schon lange bekannt.

von und Philipp Stute
Unterricht ausgefallen. So ähnlich sieht es auch am Montgolfier-Gymnasium aus, wo der Betrieb infolge des Konflikts auf Sparflamme läuft. Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Unterricht ausgefallen. So ähnlich sieht es auch am Montgolfier-Gymnasium aus, wo der Betrieb infolge des Konflikts auf Sparflamme...

Rund um das Gebrüder-Montgolfier- Gymnasium in Johannisthal ist es am Donnerstagmittag still. Ein paar Schüler stehen vor dem Gebäude zusammen und unterhalten sich. Einige haben früher frei. Ein Schüler erzählt: „Mittwoch hatte ich eigentlich neun Stunden Unterricht, davon sind vier ausgefallen. Freitag habe ich ganz frei.“ Der Schule fehlen zur Zeit etliche Lehrer, die sich zu Wochenbeginn krank gemeldet haben. Am Dienstag waren es elf, von denen einige zum Amtsarzt zitiert wurden, weil die Schulbehörde vermutet, dass sie simulieren und eigentlich nur gegen die Rückkehr ihrer ungeliebten Schulleiterin protestieren wollen.

Wie zugespitzt die Lage ist, zeigte sich am Donnerstag gegen 8 Uhr, als eine ganze Armada von Vorgesetzten das Schultor passierte: Nicht nur Bildungs- Staatssekretär Mark Rackles (SPD) hatte seinen vollen Terminplan umgestellt. Er brachte auch seinen Abteilungsleiter Ludger Pieper und die zuständigen Schulräte mit, die dann zunächst mit der umstrittenen Schulleiterin und dann separat mit Vertretern der Lehrerschaft sprachen.

Offenbar schlugen die Wellen hoch. Die Bildungsverwaltung wollte sich zwar nicht konkret zu dem Konflikt äußern, sagte aber zu, eine „schnelle Lösung“ zu finden. Entwarnung hört sich anders an.

Wie berichtet, gibt es ein tiefes Zerwürfnis zwischen einem großen Teil des Kollegiums und der Schulleiterin. Auch unter Schülern und Eltern gibt es Vorbehalte wegen des Führungsstils, der als „diktatorisch“ oder „autoritär“ beschrieben wird. Vor einem Jahr war die Situation schon einmal eskaliert. Die Schulrätin musste schlichten, sogar Brandbriefe wurden geschrieben. Allerdings kam der Streit zum Erliegen, weil die Leiterin rund zehn Monate krank geschrieben war und erst vor einer Woche zurückkehrte. Jetzt ist die Auseinandersetzung stärker denn je hervorgebrochen, weil sich einige Lehrer partout nicht mit der Rückkehr der Direktorin abfinden wollen.

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