Konjunktur : Berliner Handwerk profitiert vom Aufschwung

Das Berliner Handwerk hat 2006 vom konjunkturellen Aufschwung profitiert. Die Stimmung unter den Mitgliedern der Handwerkskammer ist so gut wie selten zuvor, ergab eine Umfrage.

Berlin - Seit dem Bauboom Anfang der 90er Jahre habe die Branche nicht mehr so optimistisch in die Zukunft geschaut, sagte der Präsident der Berliner Handwerkskammer, Stephan Schwarz. So gehen einer Umfrage der Kammer zufolge 85 Prozent der Betriebe für 2007 zumindest von einer gleichbleibend guten Auftragslage aus. Im vergangenen Jahr habe das Handwerk in fast allen Bereichen zulegen können. Sowohl die Zahl der Betriebe als auch die der Mitarbeiter sei leicht gestiegen. Die Kammer zählte zum Ende des Jahres 33.392 Mitgliedsbetriebe. Das waren 388 mehr als 2005. Auch die Zahl der Mitarbeiter habe sich leicht auf über 191.000 erhöht. Nach den "Krisenjahren der Vergangenheit" sei diese Entwicklung äußerst positiv, unterstrich Schwarz.

Vor allem der Steuerbonus für Handwerksleistungen und die energetische Gebäudesanierung hätten positive Auswirkungen auf die Auftragslage der Betriebe gehabt. Dennoch gibt es Schwarz zufolge weiter Handlungsbedarf. Berlin gehöre im Bundesdurchschnitt noch immer zu den Ländern mit dem geringsten Wirtschaftswachstum. Große Erwartungen setze das Handwerk in den Bau des Großflughafens BBI sowie den geplanten Schlossneubau.

Nach wie vor angespannt ist dagegen die Lage auf dem Lehrstellenmarkt. Zwar hätten 2006 mehr als 300 Betriebe erstmals Ausbildungsplätze angeboten, hieß es. Insgesamt waren aber 151 Stellen weniger verfügbar als im Vorjahr. 2006 boten die Handwerker 5474 Ausbildungsverträge an, für mehr als 100 Plätze konnten den Angaben zufolge keine geeigneten Bewerber gefunden werden. (tso/ddp)

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