Berlin : Konkurrenz für die Post AG: Ein Unternehmen mit eigenen Marken und Briefkästen

Sie ist vier Zentimeter breit, drei Zentimeter hoch, hat an zwei Seiten Zacken und ist seit gestern auf dem Markt: Die erste private Briefmarke Berlins seit 100 Jahren. Das Unternehmen "PIN Intelligente Dienstleistungen AG" hat damit das Monopol der Post durchbrochen. In den kommenden Wochen will das Unternehmen außerdem Briefkästen im Berliner Stadtgebiet aufstellen - Farbe Blau. Bevor alle Berliner die blaue Post nutzen können, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Das Unternehmen, das in der Hauptstadt bislang 14 Verteilzentren unterhält, hat sich bislang auf die Zusammenarbeit mit Unternehmen konzentriert. Den Zustellservice von PIN nutzen Betriebe, die täglich mehr als 50 Briefe zu befördern haben. Der Konkurrent in Blau ist billiger als die gelbe Post: Die Beförderung eines Standardbriefs kostet eine Mark; Briefe und Päckchen werden abgeholt und sind am nächsten Tag bis 12 Uhr am Bestimmungsort - verspricht das Unternehmen. In den nächsten Monaten will PIN die Zahl der Verteilzentren im Stadtgebiet auf 23 erhöhen. 150 Mitarbeiter hat PIN derzeit, weitere 100 sollen hinzu kommen.

Die Deutsche Post hat angekündigt, das Angebot der PIN AG juristisch prüfen zu wollen. Bislang nämlich hat sie das Monopol für Briefe unter 200 Gramm Gewicht. Der neue Konkurrent der Post glaubt sich indes auf der sicheren Seite: Die Monopolklausel gilt nicht, wenn ein Konkurrent im Vergleich mit der Post einen "höherwertigen" Service bietet.

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