Berlin : Konsulats-Sturm: Offene Rechnung nach Tod im Krankenhaus

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Der Sturm kurdischer Demonstranten auf das Israelische Generalkonsulat in Berlin hat jetzt ein unerwartetes Nachspiel. Es geht um die Krankenhausrechnung für einen Kurden, der am 17. Februar 1999 von israelischen Sicherheitskräften angeschossen worden war. Nach zehntägiger Behandlung im Universitätsklinikum Benjamin Franklin war der 26-Jährige gestorben. Seitdem versucht das Krankenhaus, die Behandlungskosten von rund 23 000 Mark erstattet zu bekommen.

Das zuständige Sozialamt habe die Übernahme abgelehnt, sagt der Verwaltungsdirektor des Uniklinikums, Peter Zschernak. Der Kurde war nicht in einem geordneten Asylverfahren, sondern hielt sich illegal in Deutschland auf. Jetzt liegt der Fall dem Petitionsausschuss des Abgeordnetenhauses vor: Die Klinik wolle eine "politische Lösung" des Problems der Kostenübernahme für nicht versicherte, illegal hier lebende Ausländer und für Kranke, die einreisten, um behandelt zu werden, sagt Zschernack. Denkbar sei eine Umlage bei den Sozialämtern. Durch solche Fälle mache die Klinik jährlich zwischen 200 000 Mark und über einer Million Mark Verluste. Von vornherein ablehnen könne man Verletzte und Schwerkranke aus ethischen Gründen nicht. Die Krankenhaus-Kosten für den erschossenen Kurden etwa dem israelischen Staat in Rechnung zu stellen, sei "undenkbar", betont der Verwaltungsdirektor. Dafür gebe es keine Rechtsgrundlage. Zudem sei der Fall politisch "viel zu brisant".

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