Kontrolle am Flughafen : Unerlaubtes landet im Müll

Mit Parfüm, Wein oder Olivenöl ins Flugzeug: Was aus unerlaubten Dingen im Handgepäck wird.

Klaus Kurpjuweit
Flughafen
In den Ferien steigt die Zahl der Passagiere. -Foto: ddp

Leckeres Olivenöl, die Flasche mit edlem Wein oder das sündhaft teure Parfüm – alles landet im Abfallbehälter. Jedenfalls auf den Flughäfen, wenn ein Passagier die Sachen im Handgepäck hat. Und anschließend fliegt alles in den Müll. Ob wertvoll oder nicht. Die Menge kann jetzt in der Ferienzeit mit der steigenden Zahl von Passagieren wieder zunehmen.

„Wir sortieren von den abgegebenen Sachen nichts aus“, sagte der Sprecher der Berliner Flughäfen, Ralf Kunkel. Der Aufwand lohne sich nicht. Ohnehin landeten nur wenige wertvolle Sachen in den Behältern, die vor den Sicherheitskontrollen aufgestellt sind. Meist seien es Wasserflaschen oder andere Getränke, die zum größten Teil auch schon geöffnet worden seien. Damit könne man sowieso nichts mehr anfangen.

So praktizieren es fast alle Flughäfen. Eine Ausnahme macht aber Frankfurt (Main). Nach einer Initiative der Evangelisten Flughafenpfarrerin werden die Behälter dort nach Angaben von Flughafensprecher Klaus Busch aussortiert; brauchbare Sachen würden dann an karitative Organisationen weitergeleitet. Dazu zählten – unbenutzte – Shampoos, Lotionen oder auch Zahncremes. Verpönt sei dagegen die Weitergabe von alkoholischen Getränken. Sie landeten im Müll.

Auch Parfüm wird weggeworfen; wegen der Zollbestimmungen. Meist hätten Transitreisende die unerlaubten Fläschchen dabei, sagte Busch. Und unversteuert dürfe das Parfüm dann nicht eingeführt werden.

Während in Berlin die aussortierte Menge nach Kunkels Angaben „überschaubar“ ist, kommen in Frankfurt täglich Waren im Gesamtgewicht von zwei bis drei Tonnen zusammen. Vor allem die Passagiere, die nur selten fliegen, kennten die Regeln für die Mitnahme im Handgepäck nicht, sagte Busch. Generell dürfen nur Flüssigkeiten, zu denen auch Cremes zählen, mitgenommen werden, wenn die Behälter nicht größer als 100 Milliliter sind. Sie müssen in einem durchsichtigen, verschließbaren Plastikbeutel sein.

Auch die gefährlichen Gegenstände wie Messer, die beschlagnahmt werden, wandern auf den Müll. Die Mitarbeiter werfen sie in einen Behälter, aus dem nachträglich nichts mehr herausgefischt werden könne, sagte Jörg Kunzendorf. Wertvolle Stücke finde man hier ohnehin kaum. Werden sie bei der Kontrolle zurückgewiesen, schickten die meisten Passagiere diese Sachen vom Flughafen aus nach Hause. Die Poststellen haben meist die passenden Umschläge bereitliegen. Klaus Kurpjuweit

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